Teil eines Werkes 
1 (1870)
Entstehung
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beweiſen, daß Du Unrecht haſt. Beweiſe Danglars, ich habe es geſagt; ſage ihm, daß Dantes nicht zu ſterben braucht; es wäre übrigens ſehr traurig, wenn er ſtürbe, Dantes iſt ein guter Junge; ich liebe ihn, dieſen Dantes; ſollſt leben, Dantes!

Fernand ſtand voll Ungeduld auf.

Laßt ihn reden, entgegnete Danglars, den jungen Mann zu⸗ rückhaltend,und übrigens, ſo betrunken wie er iſt, hat, er doch ſo Unrecht nicht; die Abweſenheit thut eben ſo viel wie der Tod, und denkt, es wären zwiſchen Edmond und Mercedes die Mauern eines Gefängniſſes, ſo ſind ſie dadurch eben ſo wohl getrennt, als durch den Stein eines Grabes.

Ja, aber von wegen des Gefängniſſes, ſagte Caderouſſe, der mit den letzten Ueberreſten ſeines Verſtandes ſich an die Unterhal⸗ tung anklammerte,wenn man aus dem Gefängniſſe gekommen iſt und Edmond Dantes heißt, dann rächt man ſich.

Was ſchadet das! murmelte Fernand.

Uebrigens, fuhr Caderouſſe fort,warum ſollte Dantes in's Gefängniß kommen? er hat weder geſtohlen noch getödtet.

Schweige! ſagte Danglars.

Ich will nicht ſchweigen, ich, ſagte Caderouſſe,ich will wiſſen, warum Dantes in's Gefängniß kommen ſoll. Ich habe Dantes lieb; ſollſt leben, Dantes! Damit trank er ein neues Glas Wein.

Danglars verfolgte in den gläſernen Augen des Schneiders das Zunehmen der Trunkenheit, und ſagte dann, ſich zu Fernand wendend:

Nun alſo, begreift Ihr, daß ſo ein Tod nicht nöthig iſt?

Nein, gewiß nicht, wenn es wie Ihr ſagtet, ein Mittel gäbe, Dantes in's Gefängniß zu bringen. Aber dieſes Mittel, wißt Ihr es?

Wenn man recht ſucht, könnte man es finden, antwortete Danglars.Aber mit was befaſſe ich mich da? Es geht mich ja gar nichts an.

Ich weiß nicht ob es Euch angeht, ſagte Fernand, ſeinen

Arm heftig ergreifend;aber was ich weiß, iſt, daß Ihr irgend eine

Urſache zu perſönlichem Haß gegen Dantes habt. Wer ſelbſt haßt,

täuſcht ſich nicht in den Empfindungen Anderer.