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„Mache es, wie Du willſt, aber vor allem Anderen miethe eine Magd, Vater. Ich kann nicht zugeben, daß Du allein bleibſt. Ich habe contrebanden Kaffee und herrlichen Tabak mitgebracht. Du ſollſt ihn morgen haben. Aber pſt, da iſt Jemand.“
„Es iſt Caderouſſe, der Deine Ankunft erfahren haben wird, und ohne Zweifel kommt, um Dir ſeine Freude über Deine Rück⸗ kehr zu bezeigen.“
„Gut, das iſt auch Einer, der Honig auf den Lippen und Galle im Herzen hat,“ murmelte Edmond.„Aber es ſchadet nichts, es iſt ein Nachbar, der uns Dienſte erwieſen hat. Er möge willkom⸗ kommen ſein.“
Wirklich erſchien, während Edmond dieſes leiſe ſagte, das ſchwarze, bärtige Geſicht des Nachbars Caderouſſe in der Thür. Er war ein Mann von fünf⸗ bis ſechsundzwanzig Jahren und hielt ein Stück Tuch in der Hand, von welchem er in ſeiner Eigenſchaft als Schneider ſoeben den Aufſchlag eines Rockes zuſchneiden wollte.
„Ei, glücklich zurückgekehrt, Edmond?“ ſagte er mit entſchie⸗ denem Marſeiller Accent und einem rohen Lächeln, welches ſeine elfenbeinweißen Zähne zeigte.
„Wie Ihr ſeht, Nachbar Caderouſſe, und bereit, Euch zu dienen, auf welche Art es auch ſei,“ antwortete Dantes, ſeine Kälte unter dieſem Dienſtanerbieten nur ſchlecht verhehlend.
„Danke, danke, glücklicher Weiſe bedarf ich Eure Gefälligkeit nicht, und kann mich rühmen, daß Andere jetzt meiner bedürfen.“ — Dantes machte eine Bewegung.—„Ich ſage das nicht zu Dir, Junge, ich habe Dir Geld geborgt, Du haſt es mir wieder gegeben, das kann unter guten Nachbarn paſſiren, und wir ſind quitt.“
„Man iſt niemals quitt gegen die, welche uns gefällig geweſen ſind,“ ſagte Dantes,„denn wenn man ihnen kein Geld mehr ſchuldig iſt, ſo iſt man ihnen doch Dankbarkeit ſchuldig.“
„Wozu davon ſprechen? Was vergangen iſt, iſt vergangen; laß uns von Deiner glücklichen Rückkehr reden, Junge. Ich war alſo nach dem Hafen gegangen, um mich mit eingeſchmuggeltem Tuche zu verſehen, als ich Freund Danglars gewahr wurde.— Du in Marſeille?“ 3
„Ei ja, ganz und gar,“ antwortete er.
„Ich glaubte Dich in Smyrna.“
Der Graf von Monte⸗Chriſto.
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