Teil eines Werkes 
1 (1870)
Entstehung
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Die ungewiſſe Unruhe, die über der Menge ſchwebte, hatte be⸗ ſonders Einen der Zuſchauer auf dem Plateau St. Jean ergriffen; er konnte den Eintritt des Schiffes in den Hafen nicht erwarten, ſprang in einen kleinen Nachen und befahl dem Pharaon ent⸗ gegen zu rudern, den er Angeſichts des Nothhafens erreichte.

Als der junge Seemann dieſen Mann kommen ſah, verließ er

ſeinen Poſten neben dem Lootſen und kam, den Hut in der Hand, an den Nand des Fahrzeuges. Der junge Mann war ungefähr zwanzig Jahre alt, groß, ſchlank und hatte ſchöne ſchwarze Augen und glänzend ſchwarzes Haar. Sein ganzes Weſen zeigte jene Ruhe und Entſchloſſenheit, durch welche Männer, die ſeit ihrer Kindheit mit Gefahren zu kämpfen hatten, ſich auszuzeichnen pflegen.

Ach, ſeid Ihr's, Dantes? rief der Mann im Nachen;was

iſt denn geſchehen, und woher kommt dieſer Anſtrich von Traurigkeit, der über das ganze Schiff verbreitet iſt?

Ein großes Unglück, Herr Morrel, antwortete der junge Mann;ein großes Unglück, beſonders für mich. Auf der Höhe von Civita⸗Vecchia haben wir unſern braven Capitain Leclerc ver⸗ loren. 3;

Und die Ladung? fragte der Rheder(denn das war Herr Morrel) lebhaft.

Iſt in gutem Stande, Herr Morrel, und ich hoffe, Sie wer⸗ den, was das anbetrifft, zufrieden ſein können. Aber der arme

Capitain...

Was iſt ihm denn begegnet? fragte der Rheder mit ſichtlich beruhigter Miene,was iſt dem wackern Capitain begegnet?

Er iſt todt.

Iw's Meer gefallen?

Nein, Herr Morrel, er iſt unter ſchrecklichen Leiden an einer Gehirnentzündung geſtorben.

Dann wandte er ſich zu ſeinen Leuten und befahl:

Holla ho! Jeder an ſeinen Poſten beim Ankerplatz!

Die Mannſchaft gehorchte. Die acht oder zehn Matroſen, aus denen dieſelbe beſtand, ſtürzten zu gleicher Zeit, Jeder in ſeiner Eigenſchaft, an die Schooten, an die Braſſen, die Hißtaue und an den Fockmaſt, während die Andern ſich der Segeltaue bemächtigten.

Der junge Seeoffizier warf einen ſchnellen Blick auf dieſen

8.