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Heitere Novellen / von Eduard Boas
Entstehung
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Nach kurzem Ueberlegen erwiederte Dalberg: Laſſet ein Turnier zwiſchen Rauber und Don Silvano halten, mit der Bedingung, daß die holde Scharſegine der Preis des Siegers ſein und ihm ihre Hand am Altar reichen ſolle. Das iſt mein Rath, Majeſtät!

Das geht auch nicht, Dalberg! ſprach der Fürſt. Beide ſind jung! Heftig rollt ihnen das Blut durch die Adern; ſie würden auf Leben und Tod mit einander käm⸗ pfen. Aber wir wollen eine Hochzeit haben, und keinen

Leichenſchmaus. Jetzt eben kommt mir ein beſſres Mittel in den Sinn ein luſtiger Streit für die Nebenbuhler, bei dem kein Blutstropfen fließen wird. Jedem der Beiden ſoll, nach der Größe ſeines Körpers, ein Sack angemeſſen werden; ſie mögen dann in der Burghalle ringen, und wer den Andern, ſammt ſeiner glühenden Liebe, in den Sack ſteckt, dem kommt der Kampfpreis zu. Der Einfall iſt gut! Ordnet alles im Ritterſaale an, Hauptmann Dalberg, denn das Turnier kann ſchon morgen früh beginnen.

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3 Mitten in der großen, getäfelten Burghalle hatte man einen Kreis mit niedrigen Schranken umzogen. Außerhalb derſelben ſaß Kaiſer Marimilian neben ſeiner roſigen Toch⸗ ter, von vornehmen Damen, Hofchargen und Geheimräthen umringt. Scharſegine war mit bräutlichem Schmucke an⸗ gethan, ſie trug den friſchen Moyrthenkranz im Haar, und ihr Herz pochte ſo ungeſtüm gegen das Mieder, als ob es den klaren Silberſtoff zerſprengen wollte.

Nun ſchritten die beiden Ritter in den Kreis, ſie ver⸗ neigten eich vor Maximilian und vor der wunderſchönen

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