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Heitere Novellen / von Eduard Boas
Entstehung
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den Gegner meines Günſtlings wiſſentlich in Nachtheil ge⸗ bracht.

Der Oberjägermeiſter hatte einige amtliche Vorfälle zu berichten, und wurde dann entlaſſen. Marimilian blieb wohl eine Stunde allein, er ſchien in Nachdenken verſunken. Dann ſchickte er den Pagen fort, und ließ Horneier, ſei⸗ nen Kanzler, rufen.

Mit ſchwarzem Mantel und Barett trat der kleine, bucklige Mann in's Zimmer. Sein Antlitz lächelte grinſend freundlich, er machte fortdauernd tiefe Verbeugungen, und fragte allerunterthänigſt nach den Befehlen Ihrer kaiſer⸗ lichen Majeſtät. Der Fürſt erzählte ihm den ſchwierigen Fall, und forderte ſeinen Rath.

Da möchte ich mich wohl allergehorſamſt unterfan⸗ gen, eine Auskunft vorzuſchlagen, ſprach Horneier mit ſchnarrender Stimme. Ich habe ein altgriechiſches Manu⸗ ſeript aufgefunden, das kann den Freiern vorgelegt werden, und wer es am beſten zu leſen verſteht, der möge Sieger ſein.

Ihr Federfuchſer denkt nur an Pergamente und Tintenkleckſe! ſagte Marimilian verdrüßlich. Rauber iſt muthig und tapfer wie ein Löwe, aber von den gelehrten Schnörkeln bringt er gewiß nicht eine Sylbe heraus. Ihr ſeid entlaſſen, Kanzler!

Während das dürre Männlein ſich demüthig entfernte, ergriff der Kaiſer die Tiſchglocke, ſchellte haſtig, und Dal⸗ berg, der Anführer ſeiner Leibgarde, kam herein. Mit kriegeriſcher Haltung und helmbedecktem Haupte blieb der Ritter ſchweigend am Eingange ſtehn. Marimilian ſtellte auch ihm die Sache vor, und verlangte ſeine Meinung zu hören.