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Heitere Novellen / von Eduard Boas
Entstehung
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Flöten, Zinken und Pauken ſchallten in der kaiſerlichen Hofburg, deren hellerleuchtete Fenſter die Nacht durch⸗ ſtrahlten. Noch viel glänzender funkelte es im Innern des Palaſtes, denn es wurde dort ein fürſtlicher Ge⸗ burtstag gefeiert. Rauſchender Jubel erfüllte alle Ge⸗ mächer, und durch den Ritterſaal zogen ſich die farbigen Ringe des Tanzes, gleich den Windungen einer Schlange. Jeder Herr führte ſeine Dame an der rechten Hand, und ſo ſchritten die Paare zierlich nach dem Takte der Muſik umher. Mitunter hatten ſich zwei Liebende als Tänzer zuſammengefunden; auch Rauber war unzertrennlich von Scharſeginen. Wohl machte Don Silvano de Badajoz mehrere Male den Verſuch, einen Tanz von ihr zu erbitten, doch ihm wurden nur Körbe zu Theil, weil ſie immer vor⸗ gab, bereits mit Rauber verſprochen zu ſein. Den ſtolzen Spanier verdroß das, und ſein Verdruß ſteigerte ſich be⸗ deutend, als er ſah, wie traulich der deutſche Ritter, beim Spaziergange des Tanzes, mit dem holden Fürſtenkind zu plaudern wußte.

Scharſegine war heute aber auch gar zu lieblich und zu hübſch. Ein weißer Turban mit blauer Feder ſaß keck auf ihrem blonden Blumenköpfchen, der zarte Silberſtoff des Kleides floß wellenglatt um ihre jugendſchlanken Glieder, während die nachrauſchende Schleppe ihr eine eigene Pracht und Hoheit gab. Schalkhaft lächelten ihre Veilchenaugen den Begleiter an, der ſein Entzücken nicht zu verhehlen im Stande war. Er preßte ihr die kleine Flockenhand, er flü⸗ ſterte ihr zärtliche Worte in's Ohr, und wich nicht einen Moment von ihrer Seite. Immer aufgebrachter wurde Don Silvano. Beim heiligen Jago von Compoſtella