— Das wußte ich längſt, mein ſchlauer Herr Baron, denn ich habe, Gottlob, keinen Staar auf den Augen. Aber ich hätte nicht gedacht, den tapfern Rauber, deſſen Lanze die beſten Männer in den Sand ſchleudert, ſo kläg⸗ lich äñchzen und ſtöhnen zu hören. Stehet auf! Vor Gott und nicht vor Menſchen ſoll man knien.
— Und wollt Ihr mir Scharſeginen zur Gattin geben, mein Kaiſer und Herr?
— Nun, nur nicht ſo ungeduldig! Eure Augen fun⸗ keln ja, als möchtet Ihr mich lieber mit dem Schwert in der Hand recht höflich um die Antwort erſuchen. Ich würde mich vielleicht entſchloſſen haben, Euch zum Eidam anzunehmen, obgleich Ihr ein toller Hitzkopf ſeid, wenn Ihr nur ein paar Tage früher gekommen wäret. Heute hat Don Silvano um Scharſeginen geworben, und rund abweiſen kann ich ihn nicht, denn er war gut empfohlen von ſeinem Könige. Die ganze Sache iſt ja wohl auch ſo eilig nicht, und mir wird gewiß noch ein Ausweg einfallen... Erzählt mir doch etwas Neues, Herr Baron!
Raumer mußte verweilen und von gleichgültigen Din⸗ gen ſprechen, während ein furchtbarer Sturm ſeine Bruſt durchtobte. Des Kaiſers Worte hatten zugleich Hoffnung und Verzagen in ihm erregt, und dieſe Ungewißheit zerriß ihm die Seele. Er konnte es nicht länger im Zimmer ertragen; kaum bot ſich die erſte ſchickliche Gelegenheit, ſo nahm der Ritter Urlaub, ſchwang ſich auf's Roß, und ſprengte in den nahen Wald hinaus.
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