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Heitere Novellen / von Eduard Boas
Entstehung
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zogen ſich Galerien entlang, mit blühenden Teppichen von Kurdiſtan behängt. Viel holder und anmuthiger aber, als die gewebten Blumen dieſer Decken, erſchien die Frauen⸗ blüthe Perſiens, die ſich rings auf den Balkonen entfaltet hatte. Auch die vornehmſten Männer des Landes ſaßen dort, um Demjenigen, der ſich die Krone erringen würde, ſogleich ihre Huldigung darzubringen.

An der Abendſeite dieſer Galerien war ein Baldachin von Sammet und Gold errichtet. Noch immer ſtand er leer, doch plötzlich wirbelten die Pauken, die Hörner tönten, und Keſra und Bacharam⸗Gur, die herrliche Schirwana in ihrer Mitte führend, traten dort ein. Den erwählten Fürſten ſchmückten ſtrahlende Prachtgewänder, während der Prinz einen dunkeln Traueranzug trug. Schirwana übte auf alle Anweſende den unwiberſtehlichſten Zauber, und Niemand vermochte die Blicke von dieſem Feenbilde abzuwenden. Nicht ihr meergrünes Kleid, mit Corallen und Perlen geſtickt, nicht ihr funkenſprühendes Geſchmeide, oder der weiße Turban auf dem Rabenhaar bewirkten ſolche Macht, ſondern in ihrem wunderbar ſchönen Angeſicht, das von Liebe und Schmerz verklärt war, lag alle Wunder⸗ kraft.

In der Quadermauer des Löwenhofes befanden ſich drei große Thüren. Aus der mittleren bewegte ſich jetzt ein feierlicher Zug in den offnen Raum die Thronwäch⸗ ter von Perſien, welche des Landes goldne Krone trugen. Nachdem ſie auf einen ſteinernen Pfeiler niedergelegt wor⸗ den, gingen die Männer zurück, und nun bot ſich der Ver⸗ ſammlung ein ſeltſam wildes Schauſpiel dar, Durch ein