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Heitere Novellen / von Eduard Boas
Entstehung
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Rings ſtanden prächtige Kübel; darin wiegten ſich ſchnee⸗ weiße Blüthenkronen, azurblaue Glockenblumen, ſcharlachne Knospenbüſchel, und hauchten berauſchende Düfte.

Schirwana war traurig geſtimmt; ihr Buſen klopfte hörbar in dem ſtillen Gemach. Zwar hatte der Geliebte ihre Blumenbitte gewährt, jedoch ein furchtbarer Kampf war es, den er vorgeſchlagen, und ſie mußte nun für ſein Leben zittern.

Plötzlich rauſchte das Jasmingebüſch am offnen Fen⸗ ſter, und Bacharam⸗Gur ſtand im Kiosk, dicht vor der Jungfrau. Er, der ſeit ſeiner Kindheit alle geheimen Wege durch Palaſt und Garten kannte, war trotz der vielen Wachen unbemerkt hierher gelangt, und glühend umfing er das er⸗ ſchreckte Mädchen. Sie ſchlang ihre Arme um ſeinen Nacken, freute ſich, daß er gekommen, und küßte ihm den Mund. Als aber der erſte Taumel vorüber war, erwachte Schir⸗ wana's Angſt von neuem, denn ſie hatte den Geliebten ja heute nur deshalb wiedergefunden, um ihn morgen im Streit mit hungrigen Löwen auf immer zu verlieren. Ba⸗ charam⸗Gur tröſtete die bebende Jungfrau; unter ſeinen Liebesworten, unter ſeinen Küſſen brach die Sonne des Lächelns aus ihrem bewölkten Auge hervor. Neue Hoff⸗ nung klammerte ſich mit friſchen Ranken an ihr Herz, und nachdem der Prinz Abſchied genommen, ruhete Schirwana den Reſt der Nacht im kühlen Kiosk, von frohen Traum⸗ bildern umflattert.

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Der länglich runde Löwenhof war zu dem Kronenkampfe vorbereitet. Ueber den Steinmauern, die ihn einſchloſſen,