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erhellen wollte, da zog unſägliche Wehmuth in ihr Herz, und unter Thränen ſah ſie noch einmal nach dem Wahl⸗ platze hin. Dort ragte ein Mann empor; ſo groß wie er war Keiner im Heere, weiße Federn wallten auf ſeinem Haupt, und wie ein Halbmond funkelte ſein Säbel. Schir⸗ wana erkannte den Sohn Jezdejerd's, ihren Geliebten. Lange ſtarrte ſie nach ihm hinüber und fühlte die ganze Schwere ihres Unglücks, doch plötzlich blitzte ein freudiger Gedanke aus den weinenden Augen der Jungfrau— noch war Rettung möglich. Sie eilte in den Garten des Pala⸗ ſtes; ihre kleine weiße Hand pflückte Blumen und ordnete ſie zum Strauß, deſſen Deutung Bacharam⸗Gur wohl verſtehen mußte. Sie gab den Selam einem treuen jun⸗ gen Selaven zur Beſorgung, und dieſer, der Schirwana vergötterte, flog wie der Oſtwind mit ſeiner Botſchaft hinweg.
Dreimal hatten die Unterhandlungen zwiſchen dem Prinzen und Keſra bereits begonnen, dreimal waren ſie abgebrochen worden, denn alle Vorſchläge ſcheiterten am Starrſinn der beiden Gegner. Jetzt war Bacharam⸗Gur's Geduld erſchöpft, er ließ die Schlachthörner blaſen und wollte eben ſeinen Rappen beſteigen, als Schirwana's Bote, ſich gewandt durch das dichte Gewühl ſchmiegend, ihm den Selam überreichte. Der junge Fürſt küßte die Blüthen, blickte ſinnend darauf nieder, und entzifferte die Worte:
„Stern meines Lebens, Sonne meiner Liebe! Gehe
„nicht in den blutigen Kampf. Denke an die Geliebte,
„die ſich die Augen ausweint um dich. Verſöhne dich
„mit ihrem Vater, oder du wirſt ſie ſterben ſehn.“


