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Heitere Novellen / von Eduard Boas
Entstehung
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Da blitzten plötzlich Fackellichter durch das Laub, viele Stimmen erſchollen und riefen den Prinzen in die Wirk⸗ lichkeit zurück. Es waren Boten aus der Hauptſtadt, welche ihm die faſt unglaubliche Nachricht brachten, daß ſein Vater Jezdejerd geſtorben ſei, und daß Keſra den er⸗ ledigten Thron empfangen habe. Wie wenn ein Schläfer ſorglos im Palmenwalde ruht, wo holde Träume ihn be⸗ ſchleichen, wie wenn er ſich dann beim Erwachen von einer giftigen Schlange umringelt ſieht, ſo traf die Entſetzens⸗ botſchaft den Fürſtenſohn. Keſra war ein edler, aber ungezügelt ſtolzer Mann, und Bacharam-Gur durfte nie erwarten, die Tochter des Perſerkönigs zu gewinnen, ſobald er als ein armer, entthronter Prinz um ſie zu werben kam. Er wollte indeß auch keineswegs der angeſtammten Krone duldſam entſagen, ſondern noch in derſelben Nacht ließ er alle Freunde, die ihm in Hirach lebten, um ſich verſammeln. Unverbrüchliche Treue ſchwuren ſie ihm, und er ſandte ſie nach verſchiedenen Richtungen aus, in größter Eile ein Heer zu werben.

Durch Arabiens Gaue raſſelten die Pauken, Bacharam⸗ Gur's Banner wehten überall, und in dichten Schaaren zogen die Söhne des Landes herbei, mit Blut und Leben für den Prinzen zu kämpfen, denn hier kannte man ſeine vortrefflichen Eigenſchaften, hier ehrte man ihn hoch. Bacharam⸗Gur ſtellte ſich an die Spitze der Truppenmacht, und rückte in großen Tagemärſchen gen Perſien vor. Aber auch unter den Bewohnern dieſes Reiches fand er viele Anhänger; die Söhne lieben immer noch den hohen Palmbaum des Fürſtenſtammes, unter deſſen Wipfel ſchon ihre Ureltern geruht haben, ſelbſt wenn er durch einen