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zeſſin,„weſſen man mich beſchuldigt hat, ſo bin ich des fürſtlichen Thrones unwerth; iſt es aber erlogen, dann kann Georg meiner nicht würdig ſein. Ich weiſe ſein Erbieten zurück!“— Die Conſiſtorien von Celle und Hannover, die bei Sophiens vorgeblichem Verbrechen zu Rath gezogen wurden, erkannten auf Eheſcheidung, und im December 1694 kam ein richterlicher Commiſſarius nach Ahlen, wel⸗ cher ihr dieſelbe mit großer Förmlichkeit ankündigte. Seitdem hatte der Herbſt die Erde ſchon oft ihres Blu⸗ men⸗ und Blätterſchmucks beraubt, aber die unglückliche Fürſtin trauerte noch immer im öden Schloßgefängniß, und alle Bewohner der Gegend nannten ſie:„die Prinzeſſin von Ahlen.“ Der Gram ſchnitt Furchen in ihre Wangen, ihr helles Auge wurde trübe, und das Gold ihres Haares verwandelte ſich nach und nach in Silber. Unterdeſſen wuchs Georg, Sophiens Sohn, der ſpäter Großbritan⸗ niens Thron beſtieg, ſchön und kräftig empor; er lernte Roſſe tummeln und die Waffen führen. Mit der ganzen Gluth eines Jünglingsherzens liebte er ſeine gefangene Mutter; rein und heilig lebte ihr Andenken in ihm, und immer trug er ihr Bildniß auf der Bruſt. Endlich konnte er die Sehnſucht, ſie wiederzuſehn und ihr Proſt zu bringen, nicht mehr bewältigen; er ſtieg zu Pferde, ritt nach dem ſtarkbefeſtigten Ahlen, und ſchwamm mit ſeinem Roſſe durch die Fluthen der Aller bis an's Schloß. Aber Herr von Bülow, der dort befehligte, war ein felſenharter Mann, und mochte ſich keiner Verantwortlichkeit ausſetzen. Trotz aller ſtürmiſchen Bitten Georg's verhinderte er deſſen Zu⸗ ſammenkunft mit Sophien, und der liebende Sohn mußte hinweg, ohne die Mutter erblickt zu haben.
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