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das letzte Glas Champagner aus der Flaſche, leerte den Kelch, und fuhr dann in ſeiner Erzählung fort:
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„Wo die Aller ihre grünlichen Fluthen durch eine öde, traurige Landſchaft zieht, erhob ſich auf einem Hügel das Schloß Ahlen. Es war ein unregelmäßiges gothiſches Gebäu, mit zahlloſen Ecken, Thürmen und Vorſprüngen, mit weiten Hallen und unheimlichen Gemächern. In den letzteren hauste nun ſchon ſeit Jahren, ſtill und einſam, die junge Fürſtin Sophie, denn an dem Tage, wo Königs⸗ mark gemeuchelmordet worden, hatte man ſie mit Fräulein von Molk gefangen hierher geführt. Oft ſaß ſie am ſpitz⸗ gewölbten Fenſter, ſie ſchaute über die freudloſe Gegend hin, und ihr Blick haftete an den fernen blauen Bergen des Horizonts. Dann dachte ſie des heißgeliebten Man⸗ nes, der für ſie geſtorben war, und eine Thräne fiel auf das Geſims. Himmliſche Milde wohnte in den Blu— men ihrer Augen, alle Untergebenen behandelte ſie voll Freundlichkeit, und jede Woche nahm ſie das Abendmahl. Dann ſchwur ſie ſtets dem Prieſter, die Hoſtie in der Hand, daß ſie ſchuldlos ſei, und daß ſie unverdient dieſe Kerker⸗ ſtrafe erdulde.
Als der Kurfürſt Ernſt Auguſt ſtarb, erhielt Sophie etwas größere Freiheit, und durfte auch in den Schloß⸗ garten, den wildes Unkraut überwucherte, hinuntergehn. Georg Ludwig ließ der Gattin ſogar einen Verſöhnungs⸗ antrag machen, aber er hatte ſie zu tief gekränkt, und lieber wollte ſie in dieſen finſtern Mauern verkümmern, als an ſeine Seite zurückkehren.„Iſt das wahr,“ ſprach die Prin⸗


