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— Meine liebe, meine angebetete Fürſtin! ſprach das Fräulein, Sophiens Hände küſſend. Was hab' ich Böſes gethan, daß Ihr mich aus Eurer Nähe verbannen wollt? O, nehmt mich mit Euch... ich kann Euch nicht ver— laſſen!
— Gern werde ich Dich bei mir behalten, Du Herzige! beruhigte die Prinzeſſin das erregte, ſchluchzende Mädchen. Weil mir, wohin ich gehe, weder Glanz noch Freude folgen, ſo dachte ich, Du würdeſt lieber zurück bleiben. Ich that Dir Unrecht! Verzeihe mir, mein Kind, und ſende ſchnell einen ſichern Boten an Königsmark. Er ſoll noch heute Nacht hierher kommen, daß wir den Plan zur Flucht be⸗ rathen.
Amalie richtete ſich empor, und ſchickte ihren Bruder zum Grafen hin. Der Page fand ihn noch wachend am Fenſter, und als derſelbe ſeine Botſchaft überbrachte, glaubte Königsmark, das Ganze ſei ein Traum. Ohne Zögern begab er ſich zu der Fürſtin; er ſah ſie in bleicher, wunderſamer Schönheit, und beugte ehrerbietig das Knie vor ihr. Sie ließ das milde Auge auf ihm ruhn, und ſagte dann mit weicher Stimme:
— Stehe auf, Königsmark, und ſchaue mir frei in's Angeſicht! In dieſer feierlichen Stunde erkläre ich Dir, daß ich Dich geliebt habe ſeit der früheſten Zeit, die in meiner Erinnerung lebt— daß ich Dich lieben werde, bis mein Herz ſeinen letzten Pulsſchlag thut. Gott weiß es, wie ich die Pflicht gegen meinen Gatten erfüllt, er weiß es, daß ich, vom Tage meiner Hochzeit an, Dich niemals allein geſehn, und nur gleichgültige Worte mit Dir gewechſelt habe. Aber Gott kennt auch meine Kämpfe und die kum⸗


