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ſtürzte herein, und Fräulein von Molk, die Kammerdame der Fürſtin, folgte ihm. Jener machte den Raſenden von ſeiner Gattin los, und dieſe führte ſie in ihre Gemächer zurück.
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4.
Von den Thürmen hallte Mitternacht, und wilde Wol⸗ ken zogen am Monde vorbei. Sophie ſaß noch immer leblos, wie ein ſchönes Steinbild, im Seſſel; aufgelöst hing das Haar in blonden Flechten um ihre Schultern, und einige rothe Blutstropfen perlten ihr auf der weißen Stirn. Vor ihr kniete Amalie von Molk, die einzige Freun⸗ din, welche ſie an dieſem Hofe hatte, und rieb von Zeit zu Zeit die Schläfe der Ohnmächtigen mit belebender Eſſenz. Endlich zuckten die Augenlider der Prinzeſſin, ſie fuhr ſich mit der Hand über die Stirn und ſagte leiſe:„Wo bin ich?“— Nun blickte ſie umher; alles Vergangene ſchien wie ein Traum an ihr vorüber zu rauſchen, und ſie brach in helle Thränen aus. Nach einer Pauſe ſprach ſie zu dem gleichfalls weinenden Fräulein:
— Sei ruhig, Amalie— mir iſt wohl! Ein Selbſt⸗ bewußtſein, eine Freudigkeit zieht in meine Seele; ſeit Jah⸗ ren war mir nicht ſo leicht um's Herz. Mein Gemahl hat heute die letzten Bande zerriſſen, die mich mit ihm vereinig⸗ ten, er hat mich mißhandelt, und ich betrachte mich als geſchieden von ihm. Nicht länger kann ich an einem Hofe weilen, wo jeder Kammerdiener mit Fingern auf mich zeigen würde. Sobald es angeht, will ich entfliehn! Ich fühle mich dabei frei von aller Schuld, und mich ſchmerzt nur der Abſchied von meinen Kindern und von Dir.
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