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Heitere Novellen / von Eduard Boas
Entstehung
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ben, dem Weib und Kinde müſſe ſtets der Eingang offen ſein. Seit uns der Prieſter am Altar verbunden, habt Ihr mich verächtlich behandelt! Geduldig ertrug ich das, und komme heut zum Erſtenmale klagend zu Euch. Ihr laſſet mich in Eurer Gegenwart durch eine Frau beſchimpfen, durch eine Frau, die Euch ſo wenig liebt, als Ihr ſie achten könnt——

— Ha, ha, ha! unterbrach Georg ſeine Gattin. Moral! Sittenlehren! Wenn ich die hören wollte, würde ich ja in die Kirche gehn. Meint Ihr, Prinzeſſin, Euch durch lang⸗ weilige Sentenzen bei mir angenehm zu machen, ſo irrt Ihr, und ich bin in ſchlechter Laune, ſie länger zu er⸗ tragen.

— Meine Abſicht iſt nicht, ſagte Sophie mit Ruhe, hier von Moral und Fürſtenwürde zu ſprechen, denn ich kenne den Werth des Getreides zu gut, um es auf harten Fels⸗ boden auszuſtreun.

— Weib! knirſchte der Kurprinz, doch furchtlos fuhr ſie fort:

— Allzuoft hab' ich erfahren, daß jede Mühe, jedes Samenkorn hier verloren geht, aber wenn ich auch von Euch das Härteſte erdulden mag, ſo fordre ich doch, daß Ihr mich nicht mißhandeln laſſet von einer Metze.

— Ha! wüthete Georg. Und das wagt eine Metze mir zu ſagen... die Metze des Grafen Königsmark!

Bei dieſen Worten ſprang er empor, erfaßte Sophiens Haarflechten, und zerrte das unglückliche Weib im Zimmer umher. Mit größter Anſtrengung konnte ſie das Kind noch halten, und in der Angſt, es fallen zu laſſen, ſtieß ſie einen lauten Hülferuf aus. Da ging die Thüre aufß Prinz Karl