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Die Italienerin rüſtete ſich zu einer bittern Antwort, doch unterdrückte ſie dieſelbe ſchnell, als ſie den Kurprinzen nahen ſah. Lachend ging ſie ihm entgegen, und empfing ihn mit den Worten:
— Gut, daß Sie kommen, Prinz! Eben ſprach ich mit Ihrer Gemahlin von den Kindern, und wir fanden beide, daß ſie ungemein viel Aehnlichkeit mit dem ſchö⸗ nen Grafen Königsmark haben. Freuen Sie ſich darüber nicht?
Georg ſtimmte in das unzarte Gelächter Carlotta's ein, und verließ den Garten mit der noch immer lachenden Signora.
Thränenlos ſaß Sophie; ſie konnte nicht weinen. End⸗ lich rief ſie den Kammerfrauen, gab ihnen die Kinder und eilte in's Schloß. Kaum aber war ſie in ihren Gemächern angelangt, ſo ſtrömten die Thränen aus dem blauen Him⸗ mel ihrer Augen, und erfriſchten ihr das todmüde Herz, wie ein Gewitterregen die verſengte Flur. Ein muthiger Gedanke durchzuckte ſie; Sophie trocknete die Wimpern, und nahm ihr Kind aus der großen, purpurnen Wiege. Zwar weinte der Knabe, als er im Schlaf geſtört wurde, doch gleich erkannte er die Mutter, und umklammerte ſie mit freundlichem Geſicht. So ſchritt ſie über den Corridor nach den Zimmern ihres Gatten. Derſelbe lehnte auf ſeid⸗ nem Ruhebett, ein ſilberner Weinkrug ſtand vor ihm, und er ſchien überraſcht, die Prinzeſſin eintreten zu ſehn, rührte ſich aber nicht, ſondern erwartete mit höhniſcher Miene Vorwürfe von Sophien.
— Verzeiht, mein Prinz, begann die letztere, daß ich es wage, unangemeldet zu erſcheinen, doch ſollt' ich glau⸗


