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Heitere Novellen / von Eduard Boas
Entstehung
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zuſammengeſetzt, einmal wie das andere Mal in der Ver⸗ ſammlung gehalten werden. Dagegen iſt das Hofceremo⸗ niel eine wahre Schrankenloſigkeit, der deutſche Kanzleiſtyl, mit all ſeinen Formen und Normen, ein leichtſinniges Ge⸗ tändel. Jedes geſprochene Wort, jede Bewegung, wo man den Hut hinſtellt, ob man ihn mit der rechten oder linken Hand anfaßt, wie man das Trinkglas ergreift und die Tabackspfeife hält, das Alles wird genau geprüft, gerügt und unerbittlich beſtraft, wenn es nicht nach der Regel war. Das ganze Geſellenleben iſt eine geſchloſſene Loge, die ſich hundert kleine Riegel und Schranken aus dem Mittelalter bewahrt hat, und dadurch das Eindringen der Uneinge⸗ weihten verhindert.

Längſt hatte drinnen die Verſammlung begonnen, welche ſtets auf folgende Weiſe eröffnet wird. Der erwählte Wort⸗ führer ergreift das Reglement, ein mit Bändern verziertes hölzernes Seepter, welches als Zeichen ſeiner Würde dient, und klopft damit in der Bierſtube dreimal in gleichen Ab⸗ ſätzen auf den Tiſch. Jeder Anweſende hebt die Hand an den Hut, und Jener ſpricht:

Alſo mit Gunſt und Erlaubniß! Die ganze ehrbare

Geſellſchaft wird ein wenig Gehör geben und ſo gut ſein, ihren ehrbaren Eintritt zu nehmen in den ehrbaren Hand⸗ werksſaal, nach Handwerksgebrauch und Gewohnheit, alſo mit Gunſt. Alſo mit Gunſt und Erlaubniß, die ganze ehrbare Geſellſchaft ſoll vielmal bedankt und bedeckt ſein, alſo mit Gunſt.

Hierauf erwiedern die Geſellen unisono: Wir bedan⸗ ken uns!

Jetzt geht zuerſt der Wortführer, vom Deputirten beglei⸗