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Heitere Novellen / von Eduard Boas
Entstehung
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24 tet, in den Saal, ſtellen ein Licht auf die Tafel, ſetzen die Handwerkskanne daneben und legen auch zwei Stücke Kreide hin, um vorkommende Fehler damit vermerken zu können. Abermals läßt der Wortführer drei Schläge ertönen, und die an der Thüre wartenden Geſellen treten ein, indem ſie mit dumpfem Gemurmel ſagen:

Alſo mit Gunſt und Erlaubniß, daß ich meinen Ein⸗ tritt nehme in den ehrbaren Handwerksſaal, nach Hand⸗ werksgebrauch und Gewohnheit, alſo mit Gunſt.

Es geht nun noch lange ſo weiter, dann werden Klagen angebracht und Briefe verleſen. Mitten in dieſen Verhand⸗ lungen war man begriffen, als Bims ſich auf ſeinem Lager hin⸗und herwarf, und man ſchritt darauf zur Eramination eini⸗ ger Junggeſellen, die ſich die Brüderſchaft erwandern wollten. Nachdem dieſelbe abgehalten worden, ohne daß man von ihren endloſen Förmlichkeiten nur ein Jota ausgelaſſen hätte, trat derjenige Geſell vor, der dem Neophyten Unterricht ertheilt, und begann folgenden Brüderſchaftsſpruch zu ſeinem Eleven:

Jetzt will ich es Dir bringen aus Luſt und lieblichen Dingen. Feſte Dinge dieſer Erde müſſen unverändert ſein; willſt Du jetzt mein Bruder werden, ſo geſchieht es bei einem Glaſe Bier oder Wein. So mußt Du mit Mund und Hand hier reichten ſich beide die Hände ewig halten Bruderſtand. Sonne, Mond und Sterne ſtehen ewiglich, ſind auch jederzeit beweglich; ſo mußt Du auch ſein und bleiben ewig treuer Bruder mein, gleich wie wir Maurer verarbeiten harte Felſen, Kalk und Stein, das we⸗ der Feuer noch Waſſer verzehren kann, alſo iſt unſere Brü⸗ derſchaft ein feſter Schluß, und das iſt was, gleich wie es heißt: durch Hitze und Schweiß, durch Regen, Schnee und