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Heitere Novellen / von Eduard Boas
Entstehung
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recht naiv zuſammengeſetzt war. Am Schluſſe deſſe ben ließ er den Bauherrn ſammt ſeinem Ehegeſpiel, alle künfti⸗ gen Beſitzer des Hauſes und alle Diejenigen leben, die darin ein⸗ und ausgehen würden. Dann brachte er dem Meiſter, der ganzen Zunft, ſämmtlichen ſchönen Jungfern und den Zuhörern ein kräftiges Hoch! wobei Niehnke nie⸗ mals verfehlte, die Flaſche an den Mund zu führen und ihren Inhalt über die Lippen gluckſen zu laſſen. Staunend ſahen ihm die Andern zu, und Peter Balling rief:

Verflirte Kerls ſind's, die Zimmergeſellen! Sie bringen nur darum ſo viele Geſundheiten aus, um öfter einen Schluck nehmen zu können.

Sehre wahr, Rejenſchburjer! ſtimmte der Sachſe bei. Doch wund'r ich mich nur, daß ſe ſich nich krank trinken bei den vielen Geſundheeten.

Schallendes Gelächter folgte dieſem Witz, indeß Niehnke ließ ſich durchaus nicht ſtören. Er brachte die Strohflaſche zum Schluß noch einmal an den Mund, allein ob er das Haupt auch immer tiefer in den Nacken überbog kein Tropfen benetzte ihm die Lippen... der ſchöne Quell war verſiegt. Nachdem er, um ganz ſicher zu ſein, das Gefäß tüchtig geſchüttelt hatte, gab er es dem Buchbinder zurück, und ſtieg vom Steinhaufen herunter. Der Regens⸗ burger reichte ihm ſogleich die Hand. Er geſtand ſein Un⸗ recht, lobte den Spruch des Geſellen, und ſprach: Maurer und Zimmerleute gehören zuſammen, als die beiden erſten Zünfte, und es gebührt ſich, daß ſie gute Freundſchaft halten.

Peter Balling und der Cöpenicker umarmten ſich; ſie küßten ſich rechts und links den Mund. Nächſtdem geſchah

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