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Heitere Novellen / von Eduard Boas
Entstehung
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rothbraun im Geſichte werdet, wie mein Stock, und Ihr vergeßt dabei ganz, daß Ihr nur für die Wolken und für die Schwalben predigt, denn unten auf der Straße kann Euch Keiner verſtehn.

Nee, werklich, Keebnicker! ſagte Fritz Leeſe aus Chemnitz. Es iſt mer noch niemals meechlich jeweſen, eene eenzige Silpe von Euren Bredigten loszukriejen. Se kennen recht ſcheene ſind, alleene aber mir jefällt en Fefferkuchenverſch, den ich verſtehe, zehnmal beſſer, als de greeßte Peredtſamkeit, die ich nich heere.

Dies Argument war nicht leicht niederzuſchlagen, und Niehnke verſank in Gedanken. Endlich ſchien er einen Entſchluß gefaßt zu haben; er erhob ſein ſinnendes Auge und ſprach: Zwarſch is et jejen alle Sitte un Ordnung, daß en orntlicher Zimmerjeſelle ſeine Rede, ſtatt uf en fer⸗ tiget Jebeide, uf de offne Landſtraße hält, aberſch Noth tennt kein Jebot. Eh' ick unſre Sprüche von Eire rohen Gemiether antaſten laſſe, lieberſch will ick Eich eene Baurede halten, daß Eich ſämmtliche Haare zu Berge ſteijen ſollen.

Niehnke pflückte ſich nun im Chauſſeegraben einen mächtigen Blumenſtrauß, und fragte den Buchbinder, ob er ihm ſeine Reiſeflaſche leihen wolle. Hierauf legte er Stock und Ränzel ab, und erkletterte einen hohen Haufen zerſchlagener Steine. Als er dort feſten Fuß gefaßt hatte, nahm er den Strauß in die linke, die entkorkte Flaſche aber in die rechte Hand, und rief ſeinen Gefährten, die erwartungs⸗ voll mitten im Wege ſtanden, noch ein: Na nu, ufiepaßt! zu. Sich ein gar würdiges Anſehen gebend, begann er endlich den langen Sermon, der aus Scherz und Frömmigkeit