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Heitere Novellen / von Eduard Boas
Entstehung
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ſteht ein uralter Baumſtamm, der aus jener grauen Zeit herrührt, wo der Wiener Wald bis hierher reichte. Ein Schloſ ſergeſell, ein ganz gottsgrammer Menſch, konnte ſein Mei⸗ ſterſtück nicht fertig kriegen, und all' ſeine Kameraden ver⸗ ſpotteten ihn. Da verſchrieb er ſeine Seele dem Böſen, und mit deſſen Hilfe machte er nun ein großes eiſernes Schloß, welches den Baum an die Mauer eines Hauſes befeſtigt, und das weder durch Schlüſſel noch durch Dietriche jemals aufgeſprengt werden kann. Früher ſchlug jeder wandernde Handwerksburſch, um ſeinen Abſcheu wider die läſterliche That zu beweiſen, einen Nagel in den Stamm, wodurch derſelbe nach und nach ſo bedeckt wurde, daß nicht ein ein zig leeres Fleckchen dran zu finden iſt. Hiervon bekam das Ding und der ganze Platz, auf dem es ſteht, den Na⸗ menStock im Eiſen, und er iſt das Wahrzeichen Wiens.

Na, Parchwitzer Filoſof, fragte der Cöpenicker, nu wirſte doch hoffentlich bejriffen haben, wat en Wahrzee⸗ chen is?

Ja wohl! verſetzte Bims verlegen.

Sonſt hätt' ich es Dir voch können noch deutlicher machen, ſprach der Erſtere, aufſtehend und ſein Torniſter wiedernehmend.

Die Andern folgten ſeinem Beiſpiel, und man ſchritt rüſtig vorwärts, ſich den Weg mit heitern Geſchichten und Liedern kürzend. Zebedäus zog ſein Wäglein hinter ſich her, und ſowohl der Chemnitzer, als der Cöpenicker kamen einige Male damit in Colliſion, wobei jener dann den Buchbinder um Entſchuldigung bat, dieſer aber ſtets einen lauten Fluch ausſtieß. So erreichten ſie gegen Mittag ein Wirthshaus an der Heerſtraße, deſſen buntes Aushänge⸗