bach bei ihrer Schweſter ſein, ſag ihm, er ſoll doch von ihr laſ⸗ ſen, dann wird wieder Alles gut.“
Dominik kommt endlich zu Worte:
„Der Bauer hat mir verboten über Reichenbach zu fahren, ich ſoll den Waldweg über Jetlingen.“
„Geh du nur über Reichenbach. Du wirſt ſchon eine Aus— rede finden, und wenn alle Sträng' brechen, nehm' ichs auf mich; thu's mir zu lieb und bring mir Beſcheid.“
Dominik zuckt die Achſeln und erwiedert:„Will ſehen was zu machen iſt.“
In dem Herzen dieſes Knechtes gehen an dieſem Abende ſelt— ſame Kämpfe vor. Er geſteht es ſich ſelbſt nicht und hütet ſich wohl, es irgend eine Menſchenſeele merken zu laſſen, daß er ei⸗ gentlich ſeines Bauern Tochter liebt. Das iſt ein unverzeihlicher wahnſinniger Uebergriff, und ſowohl um ſich ſelbſt zu wahren als auch um als treuer Diener ſeines Herrn zu beſtehen, ſucht er jede Aeußprung dieſer Zuneigung zu bekämpfen. Das hätte aber Alles nichts gefruchtet, wenn er nicht erwogen hätte, daß es ein unnützes und frevleriſches Spiel ſei, das Kind— denn er betrachtete Ameile noch immer als Kind, weil er ſchon ein hochaufgeſchoſſener Bub war als ſie noch nicht nach der Schule ging— das Ameile, das ihn wie einen alten Ohm anſah, mit ſolchen Dingen zu plagen, und wenn ſie auch einſt oder vielleicht morgen an einen Großbauern verheirathot wurde, ſo war's beſ⸗ ſer, ſie hat nichts davon gewußt. Heute Abend in der Küche hat er ſich aber doch etwas verrathen und die Großmagd, die ihm allzeit nachſtellt und auflauert, hat ihn ſo verwunderlich ange ſehen, daß er ſich darob ärgerte. Die morgige Preisbelohnung iſt ihm auch zuwider. Dieſe öffentliche Schauſtellung hat noch nicht die Form gefunden, in der ſie wirklich volksthümlich wäre. Nun kommt noch der Kampf dazu, daß er nicht weiß, ſoll er dem Bauer oder der Bäuerin folgen; erſteres iſt ihm doch e nehmer, denn er hatte ſich vorgenommen trotz des Verbotes nach Nellingen zu eilen und ſeine Mutter zu ſehen, bei der er ſeit Weihnachten nicht geweſen war. Wenn er den Befehl des


