Ein Knecht mit verſchiedenen Anliegen.
Nach geraumer Weile tritt der Dominik ein— wir ſehen ſetzt ſchon, daß das der Oberknecht iſt— und ſtellt ſich ruhig wartend an den Tiſch des Sattlers. Der Bauer liest noch ein wenig weiter, dann ſagt er aufſchauend:
„Du ſtehſt heut Nacht um zwei auf und giebſt Acht, daß gut gefüttert wird, beſonders das Schwärzle, und vor Tag machſt du dich mit dem Schwärzle Wellendingen zu. Du fahrſt den Hennenweg über Jettingen, der Boden iſt oben linder als auf der Landſtraß und das Schwärzle hat weiche Klauen, du thuſt recht gemach und laßſt dir Zeit. Daß du mir aber ja nicht über Nellingen fahrſt, kannſt deiner Mutter Beſcheid geben laſſen, daß ſie zu dir nach Wellendingen kommt. Du ziehſt dein Sonntags⸗ gewand an und in Wellendingen im Apoſtel warteſt auf mich, wenn ich noch nicht da bin.“
Ohne ein Wort zu ſagen, will Dominik weggehen, da ruft ihm noch der Bauer nach:
„Kannſt dich auch freuen, du kriegſt morgen eine Denkmünze, weil du jetzt ſchon bis Martini elf Jahr bei mir dienſt.“
Dominik ſtolpert über einen Stuhl als er die Stube verläßt.
„Soll ich dir was mitbringen von Wellendingen?“ fragt Dominik in der Küche beim Pfeifenanzünden das Ameile und dieſe erwiedert:
„Ich fahr mit dem Vater. So? Gehſt du auch hin?“
„Ja, und ich krieg ein' Denkmünz und das Schwärzle viel⸗ leicht auch. Menſch und Vieh iſt eins. Es iſt nur ſchad, daß man die Menſchen nicht auch verkaufen und metzgen kann.“
„Der Dominik thät bitter und ſauer ſchmecken“, ſagt die Großmagd, eine ſtämmige und handfeſte Perſon, während ihr verliebter Blick ſagt, daß ihr dieſer grobe Witz keineswegs ernſt war. Ameile aber ſetzt hinzu:„Es muß dich freuen, Dominik, daß du den Ehrenpreis kriegſt. Wenn ich ein Dienſtbote wär'“—
„Dann wärſt du nicht des Furchenbauern Ameile“, unter⸗


