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ſie ſpann. Sie ſagte es nicht, aber ſie beſtimmte dieſes Tuch zu ihrem eigenen Todtengewand.
Broſi verlangte ſelbſt nach dem Geiſtlichen und ſeiner letzten Wegzehrung, er konnte es doch nicht laſſen, wegen Agy's zu beichten, aber der Geiſtliche war mild genug, ihn zu tröſten.
Auch den Gemeinderath ließ Broſi zu ſich kommen und befahl, daß man bei ſeinem Begräbniſſe luſtige Tanzmuſik aufſpielen ſolle, er ſei luſtig in der Welt geweſen und wolle auch luſtig hinaus. Man ver⸗ ſprach, nach ſeinem Willen zu thun.
Des Rösle's Monika war eine rüſtige Pflegerin, denn die Großmutter wußte ſich vor Herzbrechen gar nicht zu helfen.
Es kamen Tage, in denen Broſi überaus luſtig war, ſeine Enkelin mußte ſingen und er ſang mit und ermahnte auch Moni dazu.
Einmal in der Nacht als die junge Monika bei ihm wachte, rief er mit ſtarker Stimme:
„O lieber guter Gott! Laß mich doch noch leben. Ich will noch alles Holz meſſen bis an den Rhein, ich will den Kappelberg ganz allein durch und durch graben, laß mich leben, oder wie du willſt, aber nur nicht lang leiden. Mach's kurz.“
Als man in der Ferne den Nachtwächterruf hörte, ſummte er gegen die Wand gekehrt vor ſich hin:
Alle Sternlein müſſen ſchwinden Und der Tag wird ſich einfinden...
Der jungen Monika wurde es ſchwer angſt, aber ſie wagte es nicht, nach Jemanden zu rufen und jetzt 31
Auerbach, Dorfgeſchichten, 3. Band. 8


