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Hurde an Hurde darin die Schafe eng zuſammen⸗ gedrängt, theils lagen, theils ſtanden und wieder⸗ kauten, Alle aber waren lautlos und das allezeit blöde Dreinſehen der Schafe hatte faſt noch etwas Geſteigertes. Knaben mit flüſſigem Zinnober in of⸗ fenen Schüſſeln liefen umher und geſellten ſich zu Gruppen, wo mit lautem Geſchrei und heftigen Geberden gehandelt wurde. Händler ſtiegen in die Hurden, zogen den Schafen die Augenlider auf und ſchauten nach den Zähnen, Andere bezeichneten mit einer in Zinnober eingetauchten Schablone die Eingekauften und zählten dabei, dort ſprang eine Heerde luſtig aus der geöffneten Hurde, ſich in der wiedergewonnenen Freiheit überſtürzend, überall war buntes lebendiges Treiben. Der Schäfer Medard kam Diethelm ent⸗ gegen und ſagte, daß er noch nicht verkauft, aber ſichere Hoffnung habe. Nun einigte ſich Diethelm ſchnell mit dem Steinbauer und kaufte ihm ſeine Zeithämmel (jährige) ab und nahm auch die Brackendazu Er eilte mit dem Steinbauer in des Kaufhaus, ihnen vorauf lief das Gerücht, daß Diethelm bereits Schafe eingekauft habe und auch für die Wolle die beſten Preiſe bezahle. Diethelm war aber noch nicht zum Wolleinkauf entſchloſſen, er hatte dieſen Gedanken nur ſo in leichtfertiger Prahlerei hingeworfen um zu verdecken, wie ſehr es ihn zum Verkaufen auf den Nägeln brenne; jetzt wurde ihm das Vorhaben immer genehmer und mit ſeltſamem Blicke betrachtete er ſeinen Genoſſen mit dem mehr als mannsgroßen Stocke, mit dem ſchlichten Anzuge und der ſelbſtzufriedenen Miene; 2
Auerbach, Dorfgeſchichten, 3. Band.


