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ſchonſter Faſſung im Volksliede. Das hatten die Grie⸗ chen nicht.“
Bald nach der Stiftung des Leſevereins hatte der Leh⸗ rer auch einen Geſangverein aufgebracht, außer einigen jungen Männern hatten ſich faſt alle ledigen Burſchen hiezu verſammelt. Der Adlerwirth ward hierdurch ver⸗ ſöhnt, denn der Geſangverein wurde in ſeine obere Stube verlegt. Obgleich unſer Freund das Ganze im Stillen leitete, überließ er doch die ſichtbare Regierung dem alten Lehrer, der zu dieſem Zwecke trefflich zu verwenden war. Klugerweiſe wurden hauptſächlich Volkslieder eingeübt. Die Leute freuten ſich gar ſehr, ihr Eigenthum hier ver⸗ ſchönert in ſeiner Vollſtändigkeit wieder zu erlangen, denn faſt Niemand im Dorfe kannte mehr von einem Liede alle „Geſätze.“ Nach und nach wurden auch einige neue Lie⸗ der gelernt, ſehr behutſam, aber nichts deſto minder nach⸗ vrücklich Ton und Taktübungen gehalten, und ſogar die Noten einſtudirt.
Wie bei dem Leſeverein der Gegenkampf des Studentle, ſo war hier die Anmaßung des Jorgli zu überwinden, denn dieſer wollte als berühmter Sänger ſich geltend ma⸗ chen und die Hauptperſon ſpielen; dabei aber verhöhnte er jede taktmäßige Einübung. Es gelang nicht, den Jörgli ganz zu gewinnen, er ſchied aus und der Verein drohte zu zerfallen. Die guten Folgen deſſelben hatten ſich ſchon offenbar kund gegeben; viele gemeine, unzüchtige Lieder wurden von den beſſeren verdrängt, wenn auch vorerſt nicht weil ſie beſſer, ſondern weil ſie neu waren, ſo ge⸗ wannen doch Worte und Klänge aus reineren Regionen Raum und weckten manchen zarten Wiederhall in den Gemüthern.
Nun aber ſprengte der Jörgli überall aus, der Lehrer wollte den großen Leuten Kinderlieder einlernen, es ſei eine Schande für einen erwachſenen Menſchen ſolche zu ſingen; er gewann bald ziemlichen Anhang, und wenn auch noch einige dem Vereine treu blieben, ſo waren das


