Teil eines Werkes 
[2. Theil] (1848)
Entstehung
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Man wird ſich vielleicht wundern, wie auf einmal ein ſo vornehmer Mann und eine ſo betitelte Perſon, wie ein Geometer iſt, im Dorfe eine ſo entſchiedene Rolle ſpielt; man erinnere ſich aber, daß dieſe Geſchichte zur Zeit der Landesvermeſſung vor ſich geht: wie dadurch das ganze Land endlich genau abgezirkelt zu Papier gebracht und auch nicht das verborgenſte Winkelchen in Wald und Feld ver⸗ geſſen wurde, ſo ward auch aller Orten in das Leben des Volkes ein neues Element geworfen.

Da kamen auf eine Zeit lang Städter in das Dorf, ſie waren nicht Schullehrer und nicht Pfarrer, es waren meiſt lebensluſtige junge Leute, und welche Bedeutung ſie in der Mädchenwelt gewonnen, haben wir bereits erſehen.

Die Vollzieher des in ſtaatswirthſchaftlicher Hinſicht gewiß ſehr zweckmäßigen Unternehmens hießen Geometer. Auf dem Dorfe hießen die Feldmeſſer eben Feldmeſſer, zur Er⸗ höhung der Amtswürde ſowohl als auch zur Verbreitung griechiſcher Bildung unter den Bauern hießen die neuen Herren: Geometer. Die Geſpiele der Ereszenz hatte einen Obergeometer(oder wie er eigentlich folgerecht heißen ſollte, Hypergeometer) geheirathet und wohnte in Biberach; da⸗ durch hatte Creszenz Bekanntſchaft mit dem Kameraden bekommen und die Eltern förderten ſie auf alle Weiſe, denn das war eine herrliche Verſorgung. Der rothe Schneiderle ſah ſchon im Geiſte ſeine Tochter als Frau Obergeometerin.

2. Dreiviertel auf Mordjv.

Es war Nacht geworden, Creszenz ſtand in der Küche am Feuer, da kam der Studentle laut daher geſchritten und ſagte:

Guten Abend Creszenz. Ich will mir ein Päckle Ster⸗ nentubak holen; habt ihr noch davon?