203
ſelnd im Stoffe. Das ſtarke Gebräu that allmälig ſeine Wirkung und ſtimmte die Zecher heiterer; beſon⸗ ders war es Ulrich, der, einmal aus dem düſtern leidenſchaftlichen Hinſinnen aufgerüttelt, ſich gewaltſam in eine übertolle Luſtigkeit hineintrank.
So verrannen die Stunden, immer leerer wurde es an den Tiſchen draußen, die Gashähne wurden aus⸗ gedreht, der Kellner nickte bleich und ſchlaftrunken in einer Ecke, die ſäumigen Gäſte im unruhigen Halb⸗ traum verwünſchend, und nur eins der Mädchen, die ſich in die Bedienung theilten, ging ab und zu. Es hatte noch muntere Augen behalten und antwortete auf manchen an ſie gerichteten Scherz.
„Rike muß mit uns trinken!“ rief Edgar mit un⸗ gefüger Zunge.„Für jeden Schluck einen Kuß.“
„Wenn Sie wieder nüchtern ſind!“ wehrte das Mädchen lachend und wand ſich aus dem Arm, der ſie umſchlang.
„Mädchen find' ich überall, wer kann mir wider⸗ ſtreben?“ trällerte der Kapellmeiſter ſpottend.„Dies⸗ mal nicht Zampa!“
„Sperrt ſich die Dirne und iſt doch den Tropfen nicht werth“, machte Edgar ſeinem Aerger Luft.
Das Mädchen erwiderte ſcharf, Edgar wollte ſich das nicht gefallen laſſen. Ein kleiner Streit
—————
—
— —


