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haben Sie wieder einmal den Beweis, daß die Menſchen die Wahrheit nicht ertragen. Laſſen wir ſie darum unenthüllt!“
„Ihr Lieblingsthema!“ ſagte Ulrich achſelzuckend.
„Vielfach variirt, doch immer nur auf einer und derſelben Saite“, ſpöttelte Edgar.
„Nach Ihnen trüge alle Welt die Larve“, murrte Seibold.
„Thut's auch!“ nickte Graf Amadeus, der bedäch tig einen Schluck genommen und ihn eine Weile ge⸗ laſſen auf der Zunge geprüft.„Halten Sie den Menſchen für ein edles Geſchöpf? Ich nicht— kaum relativ, abſolut aber oder im Vergleich, nicht zu ſeinen Mitgeſchöpfen, ſondern zum Ideal, dieſem durch Stimmenmehrheit erwählten Götzen, iſt's ganz und gar mit dem Adel nichts. Aber es ſchmeichelt ihm, für ein edles Geſchöpf gehalten zu werden, und deshalb nimmt er eine Larve vor, zu der er ſo viele Züge von dem Ideal entlehnt, als er eben bequem tragen kann. Bequem, das iſt's, man muß unter ihr athmen können, damit ſie ihren Träger nicht erſtickt, was zue Zeiten vorkommen ſoll. Meiſt iſt ſie aber der natür⸗ lichen Fratze recht geſchickt und täuſchend angepaßt, auch beſteht ein ſtilles Uebereinkommen, ſie bis zu einem gewiſſen Punkte gegenſeitig für echt gelten zu laſſen.“
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