Teil eines Werkes 
3. Bd. (1876)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

8‿N

ſchöne Kind zu eigenem Nutz und Frommen entführt und wäre mit ihm in die Lieb' gegangen, wie Herr Ehrenſtein von ſeinen Papieren an der Börſe ſagt. Das würde beſſer für Sie taugen als dieſe drohende Verbindung zwiſchen Künſtler und Künſtlerin. Zu viel Kunſt taugt nichts, ſie muß ſich immer wieder am hell⸗ ſprudelnden Quell der Natur auffriſchen. Fragen Sie nur Doctor Edgar darum. Iſt ja eine ſtehende kritiſche Phraſe. Haha, auffriſchen! Nun ja, wenn man Ihnen den Quell nicht verſtopft wie mir. Es war ein zorniges Lachen, das den plötzlichen Abſprung begleitete.Was wollt' ich Anderes, als an dem Quell mich laben? Aber ich ward verſcheucht wie ein Bettler, wie ein Vagabund; nun ja, ich bin's; hab' ich darum kein Kind? Ja, ſehen Sie mich an und lachen Sie mich aus, daß ich auch ſentimental werden kann. Nein, lachen Sie nicht! fuhr er, ohne daß Ulrich ihm An laß gegeben hätte, plötzlich wild auf.Lachen Sie nicht, es könnte Sie gereuen! Wer hat ein Recht zu ſpotten, wer? Und wenn ich in Hartberg war, wenn ich ſie geſucht habe, ſie und das Kind, wen kümmert es? O, ich habe ſie geſehen am Gitterthor, wie vor einem Geſpenſt iſt ſie geflohen, vor mir, vor mir! Und mein Kind, ein Mädchen, ſie haben mir's abgekauft! Ab⸗ gekauft? Als Vater? Geſtohlen iſt's mir, geſtohlen

2.

ℳõA

5

6 ¹ 3