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Geiſt und Bildung und, wenn auch in Manchem bizarr, doch den feinen Geſchmack, den ſie ſchon in der An⸗ ordnung ihrer reichen, aber geſucht einfachen Toilette bewies. Die koſtbaren mattgelblichen Spitzen auf dem ſchweren perlgrauen Seidenkleide, das granatrothe Sammtband um den dünnen Hals hoben ihren Teint in wunderbarer Weiſe und Ulrich wagte daraus den Schluß zu ziehen, daß der ſchönen Frau bei allem Lebensüberdruß der Eindruck, den ihre Erſcheinung machte, noch nicht gleichgültig ſei.
Der ſcharfe Ausfall gegen die an dem ihr zum Vorwurf gemachten Vergehen thatſächlich unſchuldige Gouvernante hatte Ulrich überraſcht, um ſo mehr, als er gleichzeitig zu bemerken glaubte, wie Frieda's Gatte im Unwillen erröthete und den Blick ſtirnrunzelnd auf ſei⸗ nen Deſſertteller richtete, deſſen Rand er mit dem gol⸗ denen Obſtmeſſer abſchlagen zu wollen ſchien. Doch ſprach er kein Wort.
Graf Riſoll unternahm es, den Vorwurf zu ent⸗ kräften.
„Wie beſorgt und eifrig!“ ſagte er lachend, indem er ſein eigenes Glas erhob, gleichſam um anzudeuten, daß er es auf ihre Geſundheit leere. Bis auf den Um⸗ ſtand, daß ſeine Augen ein wenig mehr ſchwammen und er etwas lallte, merkte man ihm kaum an, wie
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