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Maler bei ihr vorausgeſetzt, ſchon geweſen, denn Frieda war eine intereſſante Frau, die einen Mann, dem ſie entgegenkam, wohl zu feſſeln vermochte. Obwohl ihrer Schweſter in keinem Zuge ähnlich, durfte ſie immerhin einen Vergleich mit derſelben aushalten. Von zarter, faſt allzu ätheriſcher Geſtalt, zählte ſie zu jenen Er⸗ ſcheinungen, die trotz allen Mangels an Formenfülle doch einen entſchieden ſinnlichen Reiz auf die Männer⸗ welt üben. Ihre Taille war wunderbar ſchlank, die Gelenke ihrer überaus ſchmalen und weißen Hand zer⸗ brechlich wie eine Filigranarbeit, der Arm und die bloße Schulter entbehrten der Rundung, aber das Antlitz war dennoch nicht hager. Es war von einer unbeſchreiblich pikanten Schönheit und gewiſſe Linien verriethen, daß in den bläulich durchſchimmernden Adern unter der mattweißen Haut heißes Blut pulſirte. Wenn dieſer Ausdruck von Ermüdung und Vergrä— mung aus den feinen Zügen wich, wenn dieſe blaſſen Wangen erglühten, die zartroſigen Nüſtern ſich in der Erregung blähten und das dunkle große Auge ſich voll erſchloß und im Feuer der Leidenſchaft aufſprühte, das jetzt ſo ſorgſam aufgebaute Haar in nachtſchwarzen Locken die Stirn wirr umwallte, dann mußte dies Weib hinreißend ſchön ſein. Ulrich hatte ſich das auf den erſten Blick geſtanden, ohne daß darum ſein Herz⸗


