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Sie ſich nicht, betrüge Sie mich nicht! Im Namen Got⸗ tes, der unſre Herzen prüft, antworte Sie mir und ſpreche Sie die Wahrheit:„Geſchieht es aus vollem, herzlichem Herzen, daß Sie zu mir kommt. Glaubt Sie— glaubſt du, Eva, Engel Gottes, daß ich alter, häßlicher, kränk⸗ licher, grämlicher Greis dich glücklich machen kann?“
Jeremias ſprach mit angſtvoller Innigkeit, und er war in dieſem Augenblick ſchön von Liebe und Gefühl.
„Mein Freund, mein Wohlthäter,“ antwortete Eva, indem ſie mit ihrer Hand die Thränen wegſtrich, die über ſeine Wangen rollten,„ſehen Sie in mein Herz.. leſen Sie darin. Dankbarkeit hat mich zur Erkenntniß Ihres Werths geführt— heides zuſammen zur Liebe;— nicht zu der heftigen, die ich einſt empfunden, aber nie mehr em⸗ pfinden werde, ſondern zu einer tiefen, innigen Ergeben⸗ heit, die mich, und ich hoffe auch Sie glücklich machen und durch Nichts mehr geſtört werden ſoll. Für Sie und nächſt Ihnen für meine Familie zu leben, iſt mein höchſter Wunſch auf Erden. Ich kann aufrichtig ſagen, daß ich in dieſem Augenblick Niemanden liebe, als Sie. Iſt das Ihnen genug?“
MNoch waren des Aſſeſſors tiefe Angen forſchend und durchdringend auf Cva geheftet.
„Küſſe mich,“ ſagte er auf einmal, kurz und ſcharf.
Mit einer ſillen, unbeſchreiblich lieblichen Hingebung neigte Eva ihr errothendes Geſicht an das ſeinige und küßte ihn.
„Gütiger Gott!“ ſagte Jeremias,„ſo biſt du alſo mein? Nun denn in ſeinem Namen!“ Und mit unaus⸗ ſprechlichen Gefühlen ſchloß er die ſo lange Geliebte an ſein Herz. Er hielt ſie lange ſo, und nur tiefe Seufzer ſtiegen aus ſeiner von Seligkeit erfüllten Bruſt. Endlich riß er ſich von ihr los, und wie von einer neuen Jugend belebt, that er einen Sprung und rief den Verſammelten in der Bibliothek zu:
„Sehet, jetzt iſt es abgemacht! Ich nehme Sie! Sie
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