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Das Haus oder Familiensorgen und Familienfreuden : Erzählung / von Friederike Bremer
Entstehung
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ſein. Möge meine unſchuldige Kleine in dieſein geſegne⸗ ten Hauſe weilen dürfen! Ich muß fort. Dieſe Annehm⸗ lichkeiten des Lebens, dieſer Ueberfluß iſt nicht für mich!. Sie erwecken meine Qual. Armuth, Arbeit das taugt für mich. Ich will, ich muß fort von hier; aber ich will euch keinen Kummer machen; will nicht undankbar ſein. Hilf mir, Petrea! Denke für mich, was ich thun, wohin ich gehen ſoll.

Ich habe bereits daran gedacht, antwortete Petrea.

Haſt du das? ſagte Sara, freudig überraſcht und heftete forſchend ihre großen Augen auf ſie.

Komm und theile meine Einſamkeit! fuhr Petrea herzlich fort.Du weißt, daß ich, obgleich in meiner Eltern Hauſe, doch für mich allein wohne und die voll⸗ kommenſte Freiheit genieße. Neben meiner Bodenkammer iſt eine andere, zwar höchſt einfache, aber friedliche Woh⸗ nung, die deinem Wunſche entſprechen dürfte. Komm und beziehe ſie. Du kannſt dort vollkommen nach deinem Gefallen leben, kannſt allein ſein, oder nur mich ſehen, bis der ſtille Einfluß ruhigerer Tage dich wieder in das unſchuldige und freudvolle Leben des Familienkreiſes zieht.

Ach, Petrea, du biſt ſehr gut. Aber du kannſt dich einem übelberüchtigten Geſchöpfe nicht nähern und du weißt nicht

Stille, ſtille! ich weiß genug, denn ich ſehe und höre dich. O, Sara! Wer bin ich, daß ich mich von dir zurückziehen ſollte? Gott ſieht aufs Herz und er weiß, wie ſchwach und fehlervoll das meinige iſt, wenn auch mein äußeres Leben rein geblieben, wenn auch Umſtände und Umgebungen meine Unſchuld geſchützt haben. Ich kenne mich dennoch und habe kein ernſtlicheres Gebet zu Gott, als das: Verzeih mir meine Sünden. Darf ich es nicht an deiner Seite beten? Können wir nicht unſere bevorſtehende Wanderung zuſammen antreten? Wir haben Beide in manche Tiefe des Lebens hinabgeſehen; Beide blicken wir jetzt demüthig auf nach lichten Höhen ſtrebend. Gib mir deine Hand. Du warſt mir jederzeit theuer.