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Das Haus oder Familiensorgen und Familienfreuden : Erzählung / von Friederike Bremer
Entstehung
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auch der goldene Ring um ſeinen Arm gelegt, mag ihm auch das Maſtkalb zum Gaſtmahle vorgeſetzt werden: er kann ſich nicht glücklich fühlen, kann nicht fröhlich ſein. Aus den Quellen der Erinnerung quillt die verbitternde Thräne hervor.

So war es mit Sara und zwar je mehr ihr Herz wirklich gereinigt und veredelt war. Als ſie nach einem erfriſchenden Schlaf in ihrer früheren Heimath erwachte und neben ſich ihr Kind auf einem weichen, ſchneeweißen Bette ſchlafen ſah; als ſie bei der hereindringenden Mor⸗ genſonne Alles um ſich her feſttäglich, rein und friſch er⸗ blickte; als ſie ſah, wie der Liebe treues Gedächtniß ihre Jugendliebhabereien bewahrt hatte; als ſie ihre früheren Lieblingsblumen, die Aſtern von der Alabaſterurne auf dem Ofen herabſtrahlen ſah und nun an das dachte, wie Alles geweſen und wie es jetzt war da weinte ſie bit⸗ terlich.

Petrea, die an einem Fenſter in Saras Zimmer leſend ihr Erwachen beobachtet, ſtand jetzt bald mit herz⸗ lichen und beruhigenden Worten neben ihr am Bette.

O Petrea, ſagte Sara, der Schweſter Hand an ihre Bruſt drückend:Laß mich mit dir ſprechen! Mein Herz iſt voll. Ich fühle, daß ich dir Alles ſagen kann und daß du mich verſtehen wirſt. Ich bin nicht freiwil⸗ lig hieher gekommen. Dein Vater hat mich mit ſich ge⸗ nommen. Er fragte mich nicht; er nahm mich, wie ein Kind und ich folgte, wie ein Kind; ich fühlte mich ſchwach; ich dachte, vielleicht ſterbe ich bald! Es wäre mir ſüß unter ſeinem Dache ſterben zu dürfen. Aber dieſe Nacht un⸗ ter demſelben hat mir neue Kräfte gegeben. Ich fühle jetzt, daß ich leben werde. Höre mich und ſtehe mir bei, Petrea, denn ſobald meine⸗ Füße mich tragen, muß ich fort von hier. Ich will dieſem Hauſe keine Bürde ſein. Befleckt und verachtet von der Welt, will ich dieſes Hei⸗ ligthum nicht mit meiner Gegenwart verunreinigen. Schon habe ich in Gabrielens Blicken Scheue vor mir geleſen; O mein Aufenthalt hier würde mir ſelbſt eine Qual

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