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antwortete Louiſe ſchnell auf die Klage wegen des kleinen Davids:„Du ſollteſt einmal hören, welche Talente er für das Violoncell hat; er wird ein zweiter Gehrman.“
„Nun, das iſt gut. Ein ſolches Talent iſt ſeine zwei Füße werth. Aber ich habe dich noch kaum anſehen kön⸗ nen, Louiſe. Ei der Tauſend, das iſt ſehr ſchön, daß du wieder ſo in unſere Nähe kommen mußteſt. Jetzt hoffe ich, dich alle Tage ſehen zu können und unſere friſche Luft i in der Gegend wird dir gewiß wohl thun. Du biſt mager geworden, aber— ich glaube wahrhaftig, auch größer.“ Lachend erwiederte Louiſe, dazu ſei die Zeit für ſie wohl längſt vorüber.
Auch die Schweſtern machten unter ſich ihre Bemer⸗ kungen über Louiſe. Sie freuten ſich, daß ſie mit allen ihren Sachen ſich ſelbſt ſo gleich geblieben ſei.
„Schöner iſt ſie juſt nicht geworden, aber man kann nicht in Ewigkeit ſchöner werden. Sie ſieht gut und ge⸗ ſund aus; gar nicht domkirchenartig mehr! Sie gibt eine vortreffliche Prälatin.“
Wir verſetzen uns jetzt in Saras Zimmer.
Wenn ein geliebtes und ſchuldloſes Kind nach über⸗ ſtandenen Leiden in den Schooß der Eltern, in ein liebes Haus zurückkehrt, wer vermag dann die ſüße Wonne ſei⸗ nes Zuſtandes zu ſchildern! Der reine Genuß aller An⸗ nehmlichkeiten des Hauſes, die Zärtlichkeit der Angehöri⸗ gen, das Bewußtſein, wieder ein glückliches Kind im elter⸗ lichen Hauſe, die ſüße Hingebung und das himmliſche Ge⸗ fühl, überhaupt wieder zu Hauſe zu ſein! Aber das ſchuldbedeckte Kins
Wir haben ein Gemälde vom verlotenen Sohne ge⸗ ſehen, das wir nie vergeſſen werden. Es war der Augen⸗ blick der Wiedervereinigung. Der Vater öffnete dem Sohn weit ſeine Arme; dieſer ſinkt hinein und verbirgt ſein Geſicht darin. Tiefe Herzenszerknirſchung beugt ihn nie⸗ der und über die blaſſe Wange— das Einzige, was man vom Geſichte ſieht— rinnt eine Thräne— eine Thräne der Reue und des Schmerzes. Sie ſagt Alles. Mag


