dann wird die Roſe des Alten für ſie blühen und der Duft meiner Liebe ſie ſegnen, wenn der häßliche Alte nicht mehr auf Erden wandelt. Sie wird ihre lieben Schwe⸗ ſtern mit ſich nehmen, wird dort den Geſang der Vögel hören und den Glanz der Sonne auf den lieblichen Gegen⸗ ſtänden der Natur ſehen.“
„An dieſen Gedanken will ich ausruhen, während der einſamen Monate, oder— Jahre, die ich dort zuzu⸗ bringen habe. Wohl wird mir mancher Tag ſchwer und die einſamen Abende lang werden! Gewiß wäre es gut, einen lieben, milden Freund um ſich zu haben, zu welchem man ſagen könnte:„Guten Morgen! Die Sonne iſt ſchön!“ oder in deſſen Augen man, wenn ſie fort iſt, eine beſſere Sonne ſehen dürfte; einen Freund, mit dem man ſich der Bücher, der Natur, der gütigen Gaben Gottes erfreuen— deſſen Hand man im letzten ſchweren Augenblick drücken und ſagen könnte:„Gute Nacht! Wir treffen uns wieder — Morgen— bei der Liebe ſelbſt— bei Gott!“
„Aber.„der Findling ſollte keine Heimath finden auf Erden!“
„Nun gut, er findet vielleicht bald ein anderes Haus und dort wird er zu dem Hausherrn ſagen:„Bater, er⸗ barme dich über meine Roſen!“ und zur Wohnung der Menſchen wird er ſagen:„Langweilig warſt du mir, Welt; aber dennoch Dank für dein Gutes!“
Als die Schweſtern zu leſen aufgehört hatten, lagen einige klare Thränen auf dem Blatte und glänzten in der Sonne Licht. Leonore trocknete ihre Augen und wandte ſich an Petrea mit der Frage:
„Aber Petrea, wie iſt dieſes Blatt in deine Hände gekommen?“
„Dachte ichs doch, das werde kommen!“ ſagte Pe⸗ trea.„Du ſollteſt nie ſo ſchwere Fragen thun, Leonore. Siehe, jetzt fragen auch Evas Augen— und ſo ernſthaft!
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