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Das Haus oder Familiensorgen und Familienfreuden : Erzählung / von Friederike Bremer
Entstehung
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möglich daran denken können, vor einigen Tagen mit ihr abzureiſen. Und jedenfalls verzweifle ich daran, ſie mit uns zu bekommen, wenn nicht der Vater ſelbſt kommt und ſie abholt. Sie wolle, ſagt ſie, keine Bürde für unſer Haus ſein. Ach jetzt iſt es eine Freude, ihr Haus und Herz zu öffnen. Sie iſt ſo verändert. Und ihr Mädchen iſt ein kleiner Engel. Für den Aſſeſſor wäre es, ſeines Beines wegen, wohl nöthig in die Stadt zu kommen, allein er will Sara nicht verlaſſen, die ſeiner Hülfe ſo ſehr bedarf.(Sein Bedienter iſt außer aller Gefahr.) Petrea beſindet ſich trotz aller Strapazen und Abentener herrlich. Sie und Jakobi erheitern uns Alle. So wie es jetzt ſteht, können wir den Tag unſerer An⸗ kunft nicht beſtimmen. Aber beſſert ſich Sara, ſo reist Jakobi vielleicht morgen mit den Jungen ab. Es wird zu theuer mit ihnen Allen im Wirthshauſe. Gott laſſe uns Alle bald in unſerem geliebten Hauſe zuſammen⸗ kommen.

Eine Stunde nach Empfang dieſes Briefs reiste der Landrichter mit einem Eifer ab, als hätte es ſein Leben gegolten. Er reiste vom Hauſe in das Wirthshaus, wir dagegen verfügen uns vom Wirthshaus in

Das Haus.

Lilien blühten im Hauſe am ſchönen Morgen des zwan⸗ zigſten Septembers. Sie ſchienen unter Gabrielens Tritten aufzuſproſſen. Selbſt weiß wie eine Lilie, ging die Mutter leiſe in ihrem feinen Morgenkleid umher, mit einem Tuche auch den geringſten Staubfleck von Spiegeln und Tiſchen wegwiſchend. Ein höherer Ausdruck von Freude, als ge⸗ wohnlich, belebte ihr Geſicht. Eine feine Röthe ſchimmerte auf den ſonſt ſo blaſſen Wangen und die Lippen bewegten ſich unwillkürlich, als wollten ſie zärtliche, erfreuende Worte ſprechen.

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