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Das Haus oder Familiensorgen und Familienfreuden : Erzählung / von Friederike Bremer
Entstehung
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gar zu toll geht. Ich hätte Luſt, alle Romane und Ro⸗ manſchreiber in der Welt auf ein Häufchen zuſammenzu⸗ binden und zu vertilgen. Eher wird die Welt nicht ver⸗ nünftig und du auch nicht. Inzwiſchen freut es mich, daß ich dich noch wach fand, denn ich hätte dich ſonſt geweckt, bloß um dir zu beweiſen, daß du mir Nichts verbergen kannſt, nicht einmal, wie alt du biſt. Hier haſt du zur Strafe für deine ſchlechte Abſicht...

Ach! Walter Stotts Romane! Und noch dazu eine Prachtausgabe! Dank, Dank, guter, beſter Ernſt. Aber du biſt mir ein ſchöner Geſetzgeber, du! Du beförderſt ſelbſt, was du verdammſt.

Verſprich mir nur, nicht die Nächte mit Roman⸗ ſchreiben oder Leſen zuzubringen. Bedenke, für wie viele deine Geſundheit koſtbar iſt. Glaubſt du, ich wäre ſo böſe geworden, wenn du mir nicht ſo lieb wäreſt? Kannſt du das begreifen? In ein paar Jahren, Eliſe, wenn die Kin⸗ der größer und du etwas ſtärker biſt, wollen wir einen Sommer dazu nehmen und unſte norwegiſche Reiſe antre⸗ ten. Du wirſt dann die friſche Gebirgsluft einathmen, die ſchönen Thäler und das Meer ſehen das wird dir woh⸗ ler thun, als alle Brunnen und Bäder von der Welt. Aber komm und laß uns nach den Kindern ſehen; wir wollen ſie zwar nicht wecken, aber ich habe einiges Kon⸗ fekt von der Baronin mitgenommen, das ich auf ihre Kopf⸗ kiſſen legen will. Da haſt du eine Renette.

Die Gatten gingen mit einander in die Stube der Kinder, wo die alte treue Finnin Brigitta lag und ſie bewachte, wie der Drache ſeine Schätze. Die Kinder ſchliefen wie Kinder. Der Landrichter ſtrich mit der Hand über den ſchönen Lockenkopf des Knaben, aber jedes der Mädchen bekam einen Kuß auf den roſigen Mund. Die Eltern begaben ſich ſofort auf ihr Zimmer. Eliſe ging zu Bette, ihr Mann ſetzte ſich an den Schreib⸗ tiſch, ſo daß er ſie zugleich vor dem Lichtſcheine ſchützte. Das leiſe Gekritzel ſeiner Feder flüſterte ſie gleichſam in den Schlaf. Als es zwei Uhr ſchlug, erwachte ſie,