Druckschrift 
Das Haus oder Familiensorgen und Familienfreuden : Erzählung / von Friederike Bremer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

lanleſen, ſo groß e Er⸗ ne mehr en Ja n unter gslebens Mor⸗ der Er⸗ nen er⸗ flechten. verlebt, ſie er⸗ ie re ich will Verlauf eſſe Be⸗ enmn ich rein ner⸗ ſo zu Roman. wöhnlich rnſt ſoll ich habe

r Brief⸗ s, Evas,

ihr ei⸗ ſchlank ichtszüge reizend, ellblauen hatten ei einem d zeigte te. Sie

20

wußte ſich mit Geſchmack zu kleiden und zwar faſt im⸗ mer in helle Farben, was nebſt dem leichten Roſenduft, den ſie liebte und der ſie überall begleitete, ihrem We⸗ ſen etwas ausnehmend Mildes und für die Sinne Wohl⸗ thuendes gab. Man konnte ſie mit dem Mondſchein vergleichen. Sie ging leiſe und ihre Stimme war lieb⸗ lich nach Shakeſpeare eine vortreffliche Sache beim Weibe. Wir möchten ſie gerne auf einem Sopha ruhend ſehen, eine Blume pflegend oder ein Kind liebkoſend, aber wir können ſie uns kaum als Vorſteherin einer großen Haushaltung denken, nebſt ihrem ganzen Gefolge von Ge⸗ ſchäften und Dienſtleuten und noch überdieß als Erziehe⸗ rin mehrerer Kinder. Und gleichwohl hatten Kinder und Pflichtgefühl ſie dahin gebracht, daß ſie gerne auf einem ihren natürlichen Neigungen ſo entgegengeſetzten Wege ar⸗ beitete, ja allmählig waren ihr mehrere dieſer Geſchäfte wirklich theuer geworden. Alles, was die Kinder betraf, ging ihr nahe ans Herz; im Hauſe hielt ſie Ordnung, Frieden und Behaglichkeit aufrecht. Der Inhalt des Lein⸗ wandſchrankes war ihr wichtig, ein ſchneeweißes Tuch er⸗ freute ihre Seele. Graue Leinwand, Staub und Fliegen haßte ſie, ſo gut ſie haſſen konnte. Und jetzt weiter in unſern hiſtoriſchen Skizzen.

Wir verließen Eliſe ſo eben bei ihrem Manuſcript; es beſchäftigte ſie dermaßen, daß ſie zwölf Uhr nicht ſchlagen hörte. Sie ſchrack zuſammen, als ſie auf ein⸗ mal die Tritte ihres Mannes vernahm. Das Manuſcript in ihren Pult zu werfen und ſich ſchnell zu entkleiden, wäre ihr etwas Leichtes geweſen; auch war ſie im Be⸗ griff, es zu thun, beſann ſich aber ſchnell.Ich habe, vachte ſie,meine Handlungen noch nie vor Ernſt ver⸗ heimlicht, ich will heute nicht damit anfangen und ſie blieb ruhig an ihrem Schreibtiſch ſitzen, bis er ins Zim⸗ mer trat.

Was? Noch auf und ſchreibend? ſagte er mit einem mißvergnügten Blicke.Hältſt du ſo deine Ver⸗ ſprechungen, Eliſe?