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Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
Entstehung
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Das werden wir bald hören, erwiederte Lis⸗ bertha, denn Frau Jutta hat mir verſprochen, noch heute zu kommen, und ich hoffe, ſie wird wie immer ihre Zuſage erfüllen.

Es war auch wirklich noch kein Stündchen ver⸗ floſſen, die beiden vereinten Liebenden ſaßen noch im⸗ mer beiſammen und plauderten, da öffnete ſich die Thüre, und hereintrat ein wunderliebliches Mädchen.

Es waren ganz wieder jene zarten Formen, jenes ätheriſche Weſen, jene überirdiſche Schöne, die Poſtl ſchon ſo oft geſehen hatte, es war ſein ſteieri⸗ ſches Fräulein!

Der Weinzürl wurde glühend roth, er erkannte den Gegenſtand ſeiner Narrheit, und in keinem Au⸗ genblicke hatte er noch ſein Vergehen ſo bereut, wie in dem jetzigen. Die Erſcheinung lächelte gutmüthig und ſprach zu ihm: Endlich hab' ich Dich wieder auf dem Punkte, wo ich Dich haben wollte, und von dem Du ausgegangen warſt. Was bisher geſchehen, that ich nur, ich wiederhole es, Lisbertha zu Liebe, weil ſie Dir zugethan iſt und weil ich hoffe, daß ſie

nun, da Du von Deinen Fehlern zum Theil wenig⸗ ſtens geheilt biſt, in Deinen Armen glücklich ſein wird. Bleibe Deinem Mädchen zugethan und ſei nicht flat⸗ terhaft, rede Wahrheit, und hebe das Haupt nicht höher, als es Dir zukömmt; dieſe drei Erfahrungen,