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Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
Entstehung
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Ach, verſetzte Poſtl, ich werde wahrſcheinlich nicht lange hier liegen, denn in acht Tagen muß ich ja zurück auf den Schrattenſtein kehren!

Deßhalb, rief Lisbertha, hab' ich keine Du gehſt nicht mehr in die Burg⸗

Wie? fragte Hanns erſtaunt woher haſt Du dieſe Beſtimmtheit?

Mir hat es geſtern Abend die gute Frau Jutta verſprochen! So hat doch die Alte überall ihre Hand drein, rief Poſtl, ich möchte nur wiſſen, was ſie ſich um mich ſo zu kümmern hat? Sie iſt überall, macht Alles, mengt ſich in Alles, und weiß Alles! Ich möchte mir auch gar nichts draus machen, aber ſie iſt ein altes Weib, und mit ſolchen iſt nicht gut verkehren!

Du magſt ſagen was Du wrillſt, entgegnete Lisbertha, ich trau' ihr, und bau auf ſie; was ſie mir je verſprochen, das hat ſie gehalten, was ſie vorher geſagt iſt wahr geworden, und ſie hat mir noch immer Gutes, oder mindeſtens Troſt gebracht! Daß ſie kein böſes Weſen iſt, davon bin ich feſt überzeugt, denn ſonſt würde ſie mich nicht zu Tugend und Fröm⸗ migkeit gemahnt haben, und das thun Hexen und böſe Gei⸗ ſter nicht! Poſtl ſchüttelte mit einer Miene den Kopf, als möchte er dieß zwar gerne glauben, und könne es jedoch nicht, dann ſprach er: Sei es nun wie immer, jetzt bin ich da, und wir wollen ſehen, was weiter kommt.