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Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
Entstehung
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fühlte ſich todteskrank. Was ſollte ſie jetzt thun? Dieſe Frage wollte ſie reiflicher erwägen; ſollte ſie wirklich in das Begehren des Adepten willigen, war kein Rettungsweg für ſie möglich? Ein Gedanke er⸗ wachte: Sollte ſie ſich dem Ritter entdecken, ihm das Vorgefallene geſtehen, und den Anſchlag des angebli⸗ chen Vaters enthüllen? liebt Linzer ſie, ſo mußte er ihr vergeben, und ſie war aus Medardus Klauen für immer gerettet! Der Gedanke fand Spielraum in ihrem Herzen, ſie wagte zwar Alles auf den Schlag, allein ſie wollte lieber gleich vernichtet ſein, als wie⸗ der in die Gewalt des Adepten zu gelangen; ſie er⸗ hob ſich raſch, rief ihre Dienerinn und befahl ihr, Erkundigung einzuziehen, ob der Ritter ſchon in ſei⸗ nen Gemächern ſei; bald darauf vernahm ſie, er be⸗ finde ſich noch im Thurme. Dahin beſchloß ſie zu eilen, in des Adepten Gegenwart wollte ſie das Ge⸗ ſtändniß ablegen, und er ſelbſt ſollte Zeuge ſein, wie ſie ſein Bubenſtück enthüllen und ihm kühn die Stirne biethen wollte. Sie erhob ſich, da öffnete ſich eine ihr bisher unbekannt gebliebene Thüre in der Wand, und heraus trat Frau Jutta, in ein weißes Gewand gehüllt, mit einem in der Rechten geſchwungenem Dolche, das Haar flatternd, die Augen weit aufge⸗ riſſen und fürchterliche Blicke auf Liana ſchleudend. Das Mädchen ſchauderte zuſammen, Todtenbleiche