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nung ihrer bald ledig zu werden, dem Hungertode Preis, vorgeſtern wurde ihr Kerker leer gefunden!
Vor Lianens Augen wich es wie ein dichter Schleier zurück; ſie erſchrack. So lange Gertrude gelebt hatte, ertrug ſie den Gedanken an die Kluft, die ſie von ihrem Glücke trennte, allein ſeit dem angeblichen Tode derſelben, war ſie ſchon ganz daran gewöhnt, ſich als Linzers Gattin anzuſehen; daß dieſe abermalige Oeff⸗ nung des Abgrundes zwiſchen ihr und ihm, ſie wie ein Blitzſchlag aus heiterem Himmel traf, der die Saat, welche ſo mühſelig gereift war, abermals zer⸗ ſtörte. Dieß Alles ging deutlich auf ihrem Antlitze vor, das heißt, es konnte in ihrem Mienenſpiele herab⸗ geleſen werden. Der Adept bemerkte dieß und war froh darüber, denn um ſo größere Hoffnungen durfte er nun für das Gelingen ſeines Anſchlages hegen. Deine Lage, liebe Liana! hat plötzlich eine mißliche, höchſt unerfreuliche Wendung genommen;— unter⸗ brach er das eingetretene Stillſchweigen,— des Rit⸗ ters Gemahlinn wird ſo leicht nicht aufzufinden ſein, die Gefahr kennend, welche ihr hier droht, wird ſie auch nicht ſobald zum Vorſchein kommen, und Dir bleibt faſt für immer jede fernere Hoffnung benommen!
Liana ſah die Wahrheit ein, auch erwiederte ſie nichts, die Bläſſe ihres Antlitzes zeigte ihren inneren Schmerz an. Es trat abermals eine Pauſe ein. Was


