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Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
Entstehung
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aber nichts, gar nichts, nicht die geringſte Spur war zu entdecken!

Unter ſolchen Selbſtbetrachtungen war er am Ende der Schlucht angelangt, als ſich dieſe plötzlich zu erweitern begann, und er ſich in einem breiten Thale befand, welches heut zu Tage den Namen »das Roſenthals führt; es mag dieſem den wun⸗ derlieblichen Anblicke verdanken, den es dem Wande⸗ rer gewährt, wenn er aus der finſtern Schlucht her⸗ vortretend, ſich plötzlich von den Wieſen und Matten umgeben ſieht, die ſich von den Bergabhängen herab⸗ ſenken; damahls mag es wahrſcheinlich wilder und unfreundlicher geweſen ſein, denn Hanns Poſtl ließ nicht den mindeſten Eindruck erkennen, ſondern war geſonnen, ſich links gegen die Burg Schrattenſtein hinaufzudrehen, als er plötzlich durch einen, von der entgegengeſetzten Seire her, tönenden, melodiſchen Ge⸗ ſang zum Stillſtehen bewogen wurde. Er lauſchte, und deutlich drang es in ſein Ohr:

Ich ſehn' mich nach Licht,

Denn Licht iſt Leben, Licht iſt Freud', Der Tod iſt Trauer, Dunkelheit, Drum ſeh'n ich mich nach Licht!

Dann ſei die Freiheit mein, Denn frei und ledig iſt der Geiſt, Wenn er der Hülle ſich entreißt,

Drum will ich frei auch ſein.