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Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
Entstehung
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dieſem Augenblicke zwei Weſen, die in jeder Bezie⸗ hung, ſogar in ihren Gefühlen, in dem Denken die⸗ ſes Momentes im grellſten Widerſpruche ſtanden. Ger⸗ trude, durch das Gebeth erhoben, hatte Ruhe und Frieden in ihre Bruſt herabbeſchworen, ſie war aus⸗ geſöhnt mit der Welt, mit ihren Feinden, mit ihrem Verhängniſſe, ſie war in jener überfrohen Stimmung, in der ſich oft der elendeſte Menſch ſelbſt überredet, glücklich zu ſein. Wer ſie vor dem Kreuze liegen ge⸗ ſehen, hätte ſie für das verkörperte Bild der Fröm⸗ migkeit gehalten; ihr zum grellen Gegenſatze ſtand im Hintergrunde der Klausner, ſein greiſes Ausſehen, trotz des bleichen Bartes, und der anſcheinlich nie⸗ dergebeugten Geſtalt, war nicht im Stande, Ehrfurcht zu erwecken, denn das ſchwarze Auge blickte ſtreng und finſter hervor, ſo wie eine freche Raubburg aus einer ſchneeigen Wintergegend; ſeine Gefuͤhle waren Verrath, Sünde und Krieg, ſein Buſen der Tum⸗ melplatz wilder, unbezähmter Leidenſchaften, und dieß Alles hätten ſeine Züge deutlich ausgeprägt, wären ſie nicht verhüllt, verdeckt geweſen; ſo aber vereinigte ſich Alles im Auge, dieſes war frei, hier ſchienen die Zuckungen offenen Raum zu haben, hier ſah man den tiefen Schlund heraufgähnen, in dem der Böſe ſein verderblich Spiel trieb.

Die junge Freifrau war mit ihrer Andacht zu