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Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
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Herr Gemahl! rief die Dame, ſich zornglühend erhebend, mildert Euer Wort, denn beim Himmel! ſonſt müßte ich vermuthen, der Herr von Schratten⸗ ſtein hätte blos um die Morgengabe gefreit, und ſu⸗ che ſich nun der unwillkommenen Gattin als einer verhaßten Bürde zu entledigen!

Der Ritter erbleichte, preßte die Lippen zuſam⸗ men, und warf einen zornfunkelnden Blick auf die Frau, allein ſein Gefühl kam nicht zum Ausbruche, er drängte es bis zur gelegeneren Zeit in den Buſen zurück.

Mäßiget Euch, Gertrude! ſprach er ſtörriſch, Ihr habt mich aufgeregt, und ich bin nicht der Mann, der ſich Zwang anzuthun gewohnt iſt. Was ſoll aber auch das immerwährende Panier von Trauer auf Eu⸗ rem Antlitze. Damit fordert Ihr mich heraus, und bewirkt gerade das Entgegengeſetzte von dem, was Ihr auf anderem Wege ſo leicht erzwecken könntet.

Die Dame nickte wehmüthig mit dem ſchönen Lockenkopf, und ſprach: Ihr habt Recht, mein Ge⸗ mahl, ich will fröhlich ſein; ich will den Himmel bitten, daß er mir Kraft verleihe, es auch jederzeit ſein zu können, damit mein Weilen auf Euerer Burg Euch nicht mit jener verhaßten Trauer umſchlinge, die Ihr, wie ein nächtlich Geſpenſt zu fürchten ſcheint.