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Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
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22 ganzen Burg irgend eine Aenderung, die dem zuwi⸗ der wäre, zu Wege bringen.

Ihr ſeid ſehr hart, mein Gemahl; ſo was hab ich nie im Sinne geführt, und will weder Eure Freuden, noch Eure gewohnte Lebensweiſe ſtören; mit dem Au⸗ genblicke, als ich, die arme Waiſe, Euch gezwungen meine Hand gereicht, habe ich auf Alles verzichtet, was man Lebensfreuden nennt; ich habe Euch offen erklärt, daß ich Euch eine treue Gefährtin, eine ſorgſame Gat⸗ tin ſein wolle, daß Ihr jedoch auf Herzensinnigkeit keinen Anſpruch machen dürfet; ich verhehle es Euch auch nicht, daß ich nur deshalb dem Zwange nachgab, weil ich mich vor den Nachſtelluugen jenes Elenden ſichern, und weil ich vor ſeiner Gewalt hinlänglich ge⸗ ſchützt ſein wollte. Dieß habt Ihr Alles früher er⸗ fahren, bevor wir unauflöslich an einander gekettet wurden, und es hat geſchienen, als ob Ihr ganz mit mir übereinſtimmtet; aber nun ich den Augen meines Pflegevaters entrückt bin, nun, da wir kaum durch ei⸗ nige Tage vereint ſind, nun ſcheint Ihr ſchon Alles vergeſſen zu haben, was Ihr mir zugeſagt, wozu Ihr Euch mir verpflichtet und verbunden habt; Ihr quält mich und wollt mich zum Frohſein zwingen, und Ihr werdet doch wiſſen, daß man auf diefer Erde Al⸗ les eher, als die Heiterkeit erkünſteln und erheucheln kann; das Menſchenherz iſt wie die Weinbeere, daß