Druckschrift 
Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
Entstehung
Einzelbild herunterladen

bt

18

ſchwätz unruhig mit angehört; er hätte den eitlen Ge⸗ cken oft gerne unterbrochen, allein er wußte, daß die Gewalt des Redeſtromes nur noch erhöhet werde, wenn man denſelben beſchleunigen wolle, er zwang ſich daher zur Geduld, bis der Sprecher ganz geen⸗ det hatte; doch nun nahm er das Wort: Und des⸗ halb kamt Ihr zu mir, Hanns Poſtl? meint Ihr vielleicht, das Mädchen hier in meiner Klauſe zu finden?

Bewahre, Vater Thomas! wem wird ſo was in den Sinn kommen? Ihr ſeid zu alt, zu fromm, um an dergleichen Narretheien noch zu hangen; ganz anders verhält es ſich mit uns jungem Volk. Ich kam blos zu Euch, um Erkundigungen einzuziehen, Ihr wißt in der Gegend, in allen Märkten und Bur⸗ gen genauen Beſcheid, vielleicht kennt Ihr ein Fräu⸗ lein von ſolcher Schöne wie ich es früher bezeichnet; mir ſoll's auf einige Silberlinge nicht ankommen, wenn ich es nur jetzt, oder doch eheſtens erfahre; außerdem will ich auch ſelbſt'gen Puchberg ziehn, und kundſchaften, will den Stüchſenſtein und Schrattenſtein ausforſchen, wenn Ihr mir nebſt⸗ dem noch zu Hülfe kommt, ſo müßen wir das Neſt des Vögelchens bald heraus haben.

In dieſem Augenblicke ertönte außen ein weib⸗ licher Geſang, deſſen Weiſe hüpfend und muthwillig ſich den deutlich hörbaren Worten innig anſchmiegte: 2*